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Falsche Polizisten in NRW: Festnahmen nach Razzia in Datteln, Köln, Bochum

Razzia in NRW und der Türkei : Millionenbetrug mit Masche als falsche Polizisten

Ermittlern in Deutschland und der Türkei ist ein Schlag gegen eine internationale Bande sogenannter falscher Polizisten gelungen. Bei großangelegten Razzien in NRW und der Türkei nahmen Polizisten am Mittwoch 28 Verdächtige fest.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück bestätigte, dass in NRW drei und in der Türkei 28 Personen festgenommen worden seien. Darunter seien drei Männer und eine Frau aus NRW sowie 24 mutmaßliche Callcenterbetrüger in der Türkei, darunter auch die Drahtzieher und Köpfe der über 70-köpfigen Bande.

Die Tatverdächtigen sollen sich im großen Stil als falsche Polizisten ausgegeben haben. Dabei forderten sie ihre meist älteren Opfer auf, Geld und andere Wertgegenstände herauszugeben, weil sie angeblich in Gefahr seien. Demnach gehören die Verdächtigen zu einer türkischstämmigen Großfamilie aus Datteln in NRW.

Die Bande soll für rund 100 Taten in zehn Bundesländern verantwortlich sein, wobei der Schwerpunkt in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz liegt. Die Bandenmitglieder sollen ihre Opfer um mehr als drei Millionen Euro betrogen haben.

Bei den Ermittlungen hätten deutsche und türkische Ermittlungsbehörden eng zusammengearbeitet. In NRW gab es 22 Durchsuchungen von Wohnungen, Geschäftsräumen und Fahrzeugen, unter anderem in Köln, Bochum, Münster, Datteln, Rheine und Dortmund. In der Türkei fanden die Razzien in Antalya und Istanbul statt. Dort waren Callcenter im Visier der Ermittler. Dabei fanden die Polizisten bei einem Haupttäter unter anderem eine scharfe Schusswaffe und etwa 40.000 Euro Bargeld. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Vermögenswerte aus illegal erwirtschafteten Geldern aus Deutschland stammen und in die Türkei transferiert wurden.

Die Staatsanwaltschaften in Osnabrück und Koblenz ermitteln gegen die Bande.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Millionenbetrug - Razzia gegen Bande von falschen Polizisten

(top/dpa/afp)