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Fall Lügde: Urteil ist rechtskräftig - hohe Haftstrafen für Angeklagte

Hohe Haftstrafen für zwei Angeklagte : Urteil im Lügde-Prozess ist rechtskräftig

Vor einer Woche waren die zwei Angeklagten im Missbrauchsprozess von Lügde zu 12 und 13 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil ist nun rechtskräftig.

Das Urteil im Lügde-Prozess ist rechtskräftig, wie das Landgericht Detmold am Freitag mitteilte. Weder von Angeklagten, Staatsanwaltschaft noch von Nebenklägern sei „innerhalb der Wochenfrist Revision gegen das Urteil eingelegt“ worden. Das erklärte Wolfram Wormuth, Vorsitzender Richter und Pressesprecher am Landgericht.

Am 5. September waren im Missbrauchsprozess von Lügde die beiden Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Detmold verhängte eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren gegen den 56-jährigen Andreas V. Der 34-jährige Mario S. erhielt 12 Jahre. Das Gericht ordnete außerdem die anschließende Sicherungsverwahrung für die beiden Deutschen an.

Auf einem Campingplatz in Lügde hatten die beiden jahrelang in mehreren Hundert Fällen insgesamt 32 Kinder schwer sexuell missbraucht. Einige Opfer waren zur Tatzeit noch im Kindergartenalter. Die meisten Taten haben die Männer in der heruntergekommenen Unterkunft von Andreas V. auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen begangen.

Der Prozess hatte Ende Juni begonnen. Aus Opferschutzgründen fand er in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Rande des Prozesses hatten Nebenklägervertreter von schweren Traumata ihrer Mandanten berichtet.

Andreas V. wurden insgesamt rund 290 Missbrauchstaten zur Last gelegt. Mario S. hatte sich laut Anklage in rund 160 Fällen an Mädchen und Jungen vergangen - seit 1999 war er dazu immer wieder zu Gast auf dem Campingplatz, aber auch seine Wohnung in Steinheim bei Höxter soll Tatort gewesen sein. Beide Männer filmten ihre Taten, bei beiden stellte die Polizei insgesamt Tausende Bild- und Videodateien sicher, die sexuelle Gewalt gegen Kinder- und Jugendliche zeigen.

Das Strafverfahren gegen einen dritten Mitangeklagten war frühzeitig abgetrennt worden, weil die vorgeworfenen Taten deutlich weniger schwer wogen: Ein 49-jähriger aus Stade in Niedersachsen war bereits am 17. Juli zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er wiederholt an Webcam-Übertragungen teilgenommen hatte, bei denen ein Kind auf dem Campingplatz sexuell missbraucht wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe gefordert und hat Revision eingelegt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Missbrauchsprozess um Fälle in Lügde startet

(mba)