Fall Lügde: Hauptverdächtiger drohte Kindern mit Gewalt gegen Angehörige

Auszüge aus Anklageschrift : Lügde-Hauptverdächtiger soll Opfer über Ebay-Kleinanzeigen gesucht haben

Die Missbrauchsfälle auf dem Campingplatz in Lügde haben für Aufsehen gesorgt. Nun geht aus der Anklageschrift hervor, wie der Hauptverdächtige die Kinder gefügig gemacht haben soll.

Der Hauptverdächtige beim massenhaften Kindesmissbrauch im nordrhein-westfälischen Lügde soll seine Opfer mit einer Mischung aus Gewalt und Manipulationen gefügig gemacht haben. Das berichtete „Spiegel Online“ am Montag unter Berufung auf die Anklageschrift gegen den 59-jährigen Andreas V. Ihm werden darin 293 Straftaten zur Last gelegt - insbesondere Missbrauch von Schutzbefohlen, schwerer sexueller Kindesmissbrauch sowie der Besitz kinderpornografischer Schriften.

Dem Bericht zufolge soll V. seine Opfer zum Schweigen gezwungen haben, indem er mit Gewalt gegen ihre Angehörigen drohte. So habe er zu einem Mädchen gesagt, er werde ihren „Liebsten“ etwas antun, falls sie seine Taten weitererzähle. Nach dem Missbrauch soll er den Kindern Geschenke gemacht haben.

Gesucht haben soll V. seine Opfer dem Bericht zufolge unter anderem über die Plattform eBay-Kleinanzeigen. Dort soll er in Inseraten gezielt nach alleinerziehenden Müttern gesucht haben und vorgegeben, ihre Kinder sollten Spielkameraden für seine Pflegetochter sein.

Die Staatsanwalt hat laut „Spiegel Online“ angeregt, nach einer Haftstrafe die Sicherungsverwahrung für Andreas V. zu verordnen. Zur Begründung hieß es, es sei sehr wahrscheinlich, dass er den Missbrauch ansonsten fortsetze.

(mja/AFP)
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