Fall Lügde: Erste Opfer sagen im Missbrauchsprozess aus

Gericht in Detmold : Erstes Missbrauchsopfer sagt als Zeugin im Lügde-Prozess aus

Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Lügde bei Detmold ist ein mutmaßliches Opfer als erste Zeugin angehört worden. Sie sollen schildern, wie es ihnen heute geht. Um die konkreten Taten soll es ausdrücklich nicht gehen.

Auf Antrag der Anwältin, die die junge Frau vertritt, wurde die Öffentlichkeit dafür am Freitag vorübergehend ausgeschlossen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Zeugin sollten die drei Angeklagten, die am Donnerstag allesamt gestanden hatten, während ihrer Befragung im Saal des Detmolder Landgerichts bleiben. Der Verteidiger des Hauptangeklagten Andreas V. (56) beantragte, sein Mandant wolle während der Aussagen nicht im Raum sein. „Das soll er sich ruhig anhören“, sagte die Vorsitzende Richterin Anke Grudda. Andreas V. und Mario S. (34) wird jahrelanger sexueller Missbrauch von 34 minderjährigen Opfern vorgeworfen.

Am Freitag waren vier Zeugen geladen - darunter die junge Erwachsene, die laut Gerichtssprecherin zum Zeitpunkt der Übergriffe im Jugendlichenalter gewesen sein soll, sowie eine heute Zehnjährige, die ihrem Anwalt zufolge von Andreas V. im Alter von neun Jahren missbraucht worden sei.

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Fall Lügde: Prozess gegen drei Angeklagte hat begonnen

Grundsätzlich sollen die Betroffenen dem Gericht zufolge möglichst nicht mehr mit den Taten konfrontiert werden. Es gehe vor allem darum, sich ein Bild zu verschaffen, wie es ihnen heute geht. Am zweiten Verhandlungstag sollten zudem die Mutter des zehnjährigen Opfers und eine Bekannte der zuerst befragten Betroffenen als Zeuginnen gehört werden.

(top/dpa)
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