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Eurowings-Flug EW 1101 nach Düsseldorf: Passagierin Sabine Herten aus Bochum erzählt

Flug aus New York nach NRW 16 Stunden verspätet : „Wir hatten echte Angst, dass wir da nie wegkommen“

Mit mehr als 16 Stunden Verspätung ist am Samstagabend eine Eurowings-Maschine in NRW gelandet. Die Fluggäste durchlebten zuvor eine Tortur auf dem Flughafen in New York. Größte Kritikpunkte: Schlechte Informationspolitik und mangelnde Verpflegung. Eine Passagierin berichtet.

Einmal ein American-Football-Spiel sehen. In New York. Das war der große Traum von Ehepaar Herten aus Bochum. Acht Tage waren sie in den USA, haben einen tollen Urlaub verbracht, sind auf dem Empire-State-Building gewesen und haben sich den Traum vom Stadionbesuch erfüllt. Die Erinnerungen werden nun jedoch von den Strapazen des Rückflugs überschattet.

Der Flug EW 1101 vom New Yorker Flughafen John F. Kennedy (JFK) nach Düsseldorf kam am Samstagabend mit mehr als 16 Stunden Verspätung in Deutschland an. Wegen des Nachtflugverbots in Düsseldorf musste die Maschine zu allem Überfluss zudem nach Köln umgeleitet werden. Grund für die Verspätung war laut Eurowings, dass die vorgesehene Crew wegen einer vorausgegangenen Verzögerung ihre Dienstzeiten überschritten hatte.

All diese Informationen wurden den Fluggästen vor Ort „nur scheibchenweise“ mitgeteilt, wie Sabine Herten (51) aus Bochum im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. Das Ehepaar hat die Nacht auf dem Boden des New Yorker Flughafens verbracht. Zwar hat Eurowings vor Ort Gutscheine für Hotelübernachtungen ausgestellt, die Ausgabe habe aber bei rund 300 Passagieren „ewig lange“ gedauert und die Hotels waren weit außerhalb. „Eine Fahrt dahin hätte sich nicht gelohnt.“ Also entschieden Sabine Herten und ihr Mann sich für eine Übernachtung im Terminal 7. „Unsere Nerven lagen schon völlig blank. Es gab nur sehr wenige Sitzplätze, daher haben wir uns in einer ruhigen Ecke auf den Boden gelegt.“ Nur offenbar befand sich die ruhige Ecke im Bereich der ersten Klasse. „Sofort kam eine Flughafenmitarbeiterin und hat uns da weggescheucht, als wären wir Obdachlose,“ berichtet Sabine Herten. An Schlaf sei bei der strahlenden Beleuchtung im Flughafengebäude eh nicht zu denken gewesen. Auch die Verpflegung vor Ort war ihr zufolge alles andere als großzügig. Jeder Passagier habe einen Zehn-Dollar-Gutschein für Essen bekommen - nicht gerade viel für eine teure Stadt wie New York. Für zwei Sandwiches und eine Flasche Wasser musste das Ehepaar Herten sogar noch draufzahlen.

Als dann am nächsten Morgen auch der Ersatzflug immer wieder um 40 Minuten verschoben wurde, packte Sabine Herten nach eigener Aussage die Panik: „Wir hatten echte Angst, dass wir da nie wegkommen. Niemand hat mit uns geredet.“ Die Begründung von Eurowings, dass schlechte Witterungsverhältnisse für die verspätete Landung der vorausgegangenen Maschine verantwortlich gewesen sein sollen, hält sie für eine Ausrede. „Am selben Terminal sind die ganze Zeit auch andere Maschinen gestartet und gelandet.“

Endlich, mit 16 Stunden Verspätung, ging es für die rund 300 Passagiere dann doch endlich zurück nach Deutschland. Die Crew an Bord sei dann sehr verständnisvoll gewesen, Softdrinks und Kopfhörer seien umsonst an die Fluggäste ausgeteilt worden. Auch der Bustransport von Köln nach Düsseldorf habe reibungslos geklappt. Trotzdem: Die Hertens sind nach mehr als 37 Stunden auf den Beinen „völlig am Ende“. Ob und wenn ja, wie viel Entschädigung ihnen zusteht, wissen sie noch nicht. „Darum kümmern wir uns, nachdem wir uns ausgeruht haben.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Passagiere aus Düsseldorf übernachten am Flughafen JFK