Essen: Zoll hebt illegale Wasserpfeifentabak-Fabrik aus

Schlag gegen Clan-Kriminalität in NRW : Zoll beschlagnahmt 2367 Kilogramm Wasserpfeifen-Tabak und teure Autos

Zoll und Staatsanwaltschaft ist ein Schlag gegen die Clankriminalität in NRW gelungen. In einer illegalen Fabrik fanden sie 2367 Kilo Wasserpfeifentabak. Auch teure Autos und Geld wurden beschlagnahmt.

Beamte des Zollfahndungsamtes Essen durchsuchten am Mittwoch bei einem Einsatz gegen einen deutsch-arabischen Familienclan 29 Objekte in Solingen, Essen, Langenfeld und Heilbronn. Die Fahnder stellten dabei 2367 Kilogramm Wasserpfeifentabak, 550 Kilogramm Rohtabak, Maschinen zur Herstellung, Zutaten für die Produktion von Wasserpfeifentabak und Verpackungen sicher. Weiter beschlagnahmten sie fünf zum Teil hochwertige Autos und 22.700 Euro. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Bereits seit Januar 2018 führt das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal Ermittlungen gegen einen deutsch-arabischen Familienclan wegen des Verdachtes der banden- und gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung und Steuerhehlerei. So sollen die zwölf Mitglieder des Clans, die im Alter von 15 bis 57 Jahren sind, illegal unversteuerten Wasserpfeifentabak in einer professionell ausgestatteten Fabrikhalle hergestellt, verpackt und diesen dann unter gefälschtem Markennamen bundesweit und ins europäische Ausland an diverse Abnehmer verkauft haben.

Jugendliche in kriminelle Aktivitäten verwickelt

Die benötigten Zutaten wie Glycerin oder Aromen für die Wasserpfeifentabakherstellung bezog die Bande größtenteils in Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Die illegale Wasserpfeifentabakproduktion lag nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ganz in der Hand der Familie. Selbst jugendliche Familienmitglieder wurden in die kriminellen Aktivitäten mit einbezogen. Der Clan hatte sich nach außen stark abgeschottet, sagten die Ermittler.

Der entstandene Steuerschaden beläuft sich bisher auf rund 372.000 Euro Tabaksteuer und Umsatzsteuer. Gegen mindestens ein Mitglied besteht auch der Verdacht, dass er mit Betäubungsmitteln gehandelt hat.

Mehr als 150 Kräfte der Zollfahndung Essen und Stuttgart, der Hauptzollämter Aachen, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Köln, Krefeld, Münster, Wuppertal und der Polizei Mettmann, Köln, Wuppertal waren bei den Durchsuchungen eingesetzt.

(seeg)
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