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Essen sucht den Arm eines Engels - Vom Haus des Bischofs verschwunden

Vom Haus des Bischofs verschwunden : Essen sucht den Arm eines Engels

Das Bistum Essen klagt über den Verlust des rechten Armes eines Bronzeengels, der über dem Portal des Bischofshauses Wache hält. Vermutlich sei die Gliedmaße im Sturm abgebrochen, teilte die Diözese am Donnerstag mit.

Bereits Ende März sei Bischof Franz-Josef Overbeck die beschädigte Figur aufgefallen. Trotz intensiver Suche sei der etwa 30 Zentimeter lange Arm samt ausgestrecktem Zeigefinger bislang nicht gefunden worden. Der Engel von Künstler Ewald Matare ziert seit 66 Jahren das Hausdach am Essener Burgplatz.

Das Bistum bekundete die Hoffnung, dass ein Finder den Arm zurückbringt. Der Materialwert sei zu vernachlässigen. "Vielmehr hat der Engel – und gerade der ausgestreckte Arm – für unser Bistum und für die Stadt Essen einen unschätzbaren emotionalen und künstlerischen Wert", erklärte die Leiterin der Essener Domschatzkammer, Andrea Wegener. Tauche der Arm auf, könne er wohl wieder an der Figur befestigt werden. Andernfalls müsse von der Kopie des Engels in Kleve ein Abdruck genommen werden.

Der 1887 in der Nähe von Aachen geborene Ewald Mataré gilt als einer der wichtigsten Künstler der Klassischen Moderne in Deutschland. Von den Nationalsozialisten als “entartet" diffamiert, übernahm er 1948 eine Bildhauerklasse an der Kunstakademie Düsseldorf. Insbesondere ab 1947 erhielt Mataré zahlreiche kirchliche und öffentliche Aufträge und gestaltete zum Beispiel das Westfenster des Aachener Doms, die Bronzetüren für das Südportal am Kölner Dom, das Domportal in Salzburg oder die Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima. 1965 starb Mataré in der Nähe von Düsseldorf.

(felt/kna)