Essen Steele: Diebe stehlen Weihnachtskollekte aus Sakristei

Einbruch in Kirche: Diebe entwenden Weihnachtskollekte aus Essener Kirche

Mehrere tausend Euro Weihnachtskollekte haben Unbekannte aus der Sakristei einer Essener Kirche im Stadtteil Steele entwendet. Der Pfarrer der Gemeinde und die Polizei hoffen nun auf Hinweise.

Die Küsterin der Gemeinde entdeckte den Diebstahl am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertags gegen neun Uhr. "Die Küsterin hat mich sofort verständigt und wir haben dann gemeinsam auf die Polizei gewartet", erzählt Pfarrer Johannes Heun von der evangelischen Kirchengemeinde Königssteele.

Die Diebe müssen zwischen 12.30 Uhr am ersten Weihnachtsfeiertag und dem Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages eingestiegen sein. Laut eines Essener Polizeisprechers hebelten sie eine Seitentür auf, um ins Innere der Kirche zu gelangen.

In der Sakristei durchwühlten sie Schränke und Schubladen und fanden dabei einen Schlüssel, der zu einem der zwei Tresore in der Sakristei passte. "Wir haben erst vor Kurzem einen neuen Tresor angeschafft, weil wir natürlich auch immer überlegen, wie wir unser Bargeld sicher aufbewahren", sagt Heun. "Der Tresorschlüssel selbst war weggeschlossen. Aber die Einbrecher haben den Schlüssel zu dem Raum gefunden, in dem der Tresorschlüssel aufbewahrt wurde." Dass die Diebe wussten, wo sich der Schlüssel befand und gezielt danach suchten, schließen sowohl der Pfarrer als auch die Polizei aus. Darauf gebe es bislang keine Hinweise.

In dem Tresor befand sich die Kollekte aus den Gottesdiensten am Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag. "Wir haben am Heiligabend vier Gottesdienste gefeiert", sagt der Pfarrer. An Weihnachten kommen immer mehr Menschen als sonst in die Kirche - und oft sind sie auch großzügiger mit dem Geld, das sie in den Klingelbeutel tun. Die evangelischen Gemeinden der rheinischen Landeskirche sammeln dann traditionell für das Hilfswerk "Brot für die Welt". Daher befanden sich zum Zeitpunkt des Diebstahls mehrer tausend Euro im Tresor. Hauptsächlich in Münzen, wie es bei der Kollekte üblich ist. "Wir sind das Risiko eingegangen und wollten das Geld bis nach Weihnachten in unserem neuen Tresor aufbewahren", sagt der Pfarrer.

Außerdem entwendeten die Diebe eine Taufschale aus Kupfer. Und das gibt dem Pfarrer Hoffnung. "Wenn die Diebe versuchen, diese Schale zu verkaufen, hoffen wir, dass das auffällt", sagt er.

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Die Polizei sucht derzeit Zeugen, die vielleicht auch schon vor dem Einbruch etwas beobachtet haben. "Vielleicht fällt dem ein oder anderen etwas ein, das er vorher für nicht wichtig hielt", sagt ein Essener Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit.

Die evangelische Kirche in Essen-Steele liegt an einer Hauptverkehrsstraße mit vielen Geschäften und Restaurants. "Wir fragen uns auch, wie die Diebe unbemerkt in die Kirche gelangen konnten", sagt Pfarrer Heun. "Denn die Tür, durch die sie schließlich in die Kirche gelangten, liegt so, dass man sie von den umliegenden Wohnungen sehen kann."

Die Kirchengemeinde ist zwar gegen Einbruchdiebstahl versichert, doch der Pfarrer hofft trotzdem, dass Geld und Taufschale gefunden werden. Mit dem Gefühl, das der Einbruch hinterlassen hat, komme er aber ganz gut zurecht. "Ich habe überlegt, ob wir unseren Gottesdienst, der am Dienstag für halb elf geplant war, ins Gemeindezentrum verlegen", sagt er. "Ich habe mich aber dagegen entschieden und das war auch gut. Wir haben den Gottesdienstbesuchern nur geraten, ihre Spende an Brot für die Welt zu überweisen." Er habe am Mittwoch schon eine großzügige Spende erhalten.

Die Essener Kriminalpolizei sucht Zeugen, die in dem genannten Zeitfenster an der Kirche oder in ihrem Umfeld verdächtige Personen oder Fahrzeuge festgestellt haben. Das Einbruchskommissariat nimmt Hinweise unter der Rufnummer 0201-8290 entgegen.

(heif)