Essen: Stadt deckelt Heizkosten für Hartz IV-Empfänger

Verschwendung vorbeugen : Stadt Essen deckelt Heizkosten für Hartz IV-Empfänger

Die Stadt Essen will ab 1. Juli die Heizkosten für Hartz IV-Empfänger nur noch bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen. So wolle man Verschwendung vorbeugen, sagte eine Sprecherin.

Betroffen von der neuen Richtlinie, die gerade die städtischen Gremien durchläuft, wären 45.500 Bedarfsgemeinschaften und 10.000 Sozialhilfeempfänger. Unter denen gebe es zwar nur wenige „Ausreißer“, so Sozialamtsleiter Hartmut Peltz - aber die überschritten den Durchschnittswert teilweise gleich ums Dreifache. Die WAZ berichtete zuerst darüber. Es gehe der Stadt nicht ums Sparen von Kosten, sondern um ein Signal.

Die Richtlinie der Stadt umfasst zahlreiche Tabellen, die sich unter anderem am bundesweiten Heizspiegel orientieren. So würde zum Beispiel ein Ein-Personen-Haushalt in einem 1000 Quadratmeter großen Mehrfamilienhaus mit Fernwärme pro Monat maximal 82 Euro bekommen.

„Künftig werden alle Grenzwerte regelmäßig einmal im Jahr, nach Erscheinen des aktuellen bundesweiten Heizspiegels, angepasst“, so die Stadtsprecherin. Der Essener Sozialrechtsanwalt Peter Karaiskas bezeichnete die Richtlinie als problematisch. Er rechne mit vielen gerichtlichen Auseinandersetzungen, falls das Jobcenter die neue Richtlinie „offensiv“ anwenden sollte.

(skr/dpa)
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