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Essen/Marl: Nachbarin erstochen - neun Jahre Jugendhaft für 21-Jährigen

Gewalttat in Marl : Nachbarin erstochen - neun Jahre Jugendhaft für 21-Jährigen

Ein zur Tatzeit 20-Jähriger ersticht seine bereits schlafende Nachbarin, attackiert dann ihren vierjährigen Sohn. Jetzt ist er verurteilt worden.

Nach der tödlichen Attacke auf seine Nachbarin ist ein 21 Jahre alter Mann aus Marl am Montag wegen Mordes und versuchten Mordes zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Der Angeklagte war in der Nacht auf den 10. November 2020 in die Wohnung der bereits schlafenden Frau eingebrochen und hatte immer wieder mit einem Messer auf die 27-Jährige eingestochen. Anschließend hatte er auch deren vierjährigen Sohn durch Stich- und Schnittverletzungen lebensgefährlich verletzt. Im Prozess am Essener Landgericht hatte der zur Tatzeit 20-jährige Deutsche erklärt, dass er sich wie ferngesteuert gefühlt habe – wie ein Avatar in einem Computerspiel. Er habe Stimmen gehört, die ihm befohlen hätten, etwas Böses zu tun. Die Richter glaubten ihm jedoch nicht.

Die Hintergründe der Bluttat sind unklar. Nach Angaben eines Psychiaters leidet der Angeklagte seit der Kindheit an psychischen Problemen. Auch sexuelle Motive seien denkbar – was der 21-Jährige jedoch bestritt. Neben der Haftstrafe haben die Richter die unbefristete Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet.

(top/dpa)