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Essen: Klimaaktivisten wollen vor RWE-Zentrale protestieren

Menschenkette am Donnerstag : Protestaktion vor der RWE-Zentrale in Essen angekündigt

Klimaaktivisten haben für Donnerstag zu einer Protestaktion an der Unternehmenszentrale des Energiekonzerns RWE in Essen aufgerufen. Mit einer Menschenkette wollen sie gegen die Einwallung des Weilers Lützerath am Braunkohlentagebau Garzweiler demonstrieren, wie die „1,5-Grad-Mahnwache Essen“ am Mittwoch ankündigte.

An Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) appellierte die Initiative, ein Moratorium für weitere Abbau-Vorarbeiten in Lützerath zu erwirken, bis die neue Braunkohle-Leitentscheidung der Landesregierung vorliegt.

Die RWE AG hatte Anfang des Monats damit begonnen, einen Erdwall um Lützerath aufzuschichten, um den Ort so als Betriebsgelände und „Tagebauvorfeld“ zu kennzeichnen. Während der Bundestag sich für den Erhalt des Dörfchens ausgesprochen habe, schaffe RWE vor Ort bereits Fakten, kritisierten die Aktivisten. Dabei hätten die von der neuen schwarz-grünen Landesregierung angekündigten Gespräche mit RWE, welche Flächen bis zur nächsten Leitentscheidung tatsächlich noch benötigt werden, noch nicht stattgefunden. Berechnungen des DIW zufolge sei die Energieversorgung zudem gesichert, auch ohne das Dorf in der kommenden Rodungssaison abzubaggern.

Lützerath ist zum Symbol des Widerstandes gegen die Braunkohle geworden. In dem Ortsteil von Erkelenz haben sich Klimaaktivistinnen und -aktivisten niedergelassen. Sie wollen verhindern, dass das Land für den Braunkohleabbau abgebaggert wird. Ende März hatte das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass Lützerath für den Braunkohletagebau Garzweiler II abgebaggert werden und der Tagebaubetreiber RWE die Vorbereitungen dafür treffen darf. Der letzte vor Ort ansässige Landwirt Heukamp war mit seinem Eilantrag gegen die Räumungsarbeiten gescheitert und hatte sein Land schließlich an RWE verkauft.

(kag/epd)