Essen/Bottrop: Amokfahrt in Silvesternacht - Prozess beginnt erneut

14 Verletzte im Ruhrgebiet : Prozess um Amokfahrt in Silvesternacht beginnt erneut

In Essen beginnt der zweite Prozess um die Amokfahrt eines 50-Jährigen in der Silvesternacht im Ruhrgebiet. Eine erste Verhandlung war nach dem Tod der Richterin abgebrochen worden.

Vor dem Essener Landgericht beginnt am Dienstag erneut der Strafprozess um die Amokfahrt in der Silvesternacht im Ruhrgebiet. Ein erster Prozess war im Sommer ausgesetzt worden, weil die Vorsitzende Richterin völlig überraschend verstorben war. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 50-jährige Beschuldigte am Tatabend in Bottrop und Essen gezielt mit dem Auto auf Fußgänger zugefahren ist. Dabei habe er aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt, weil er bewusst Menschen mit Migrationshintergrund habe überfahren wollen.

Der 50-jährige Deutsche gilt als psychisch krank. In dem sogenannten Sicherungsverfahren geht es um die Frage seiner unbefristeten Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. Beim ersten Prozessauftakt im Juni hatte sich der Beschuldigte vor dem Essener Landgericht auf Erinnerungslücken berufen, ein fremdenfeindliches Motiv jedoch klar bestritten. „Er ist ein geknickter Mensch“, hatte Verteidiger Andreas Renschler erklärt.

Bei der Amokfahrt waren insgesamt 14 Personen verletzt worden. Besonders dramatisch war die Situation für eine 46-jährige Frau in Bottrop, die gleich zweimal von dem Auto überrollt wurde. Dabei wurde unter anderem eine Beinschlagader durchtrennt, sodass eine Notoperation erforderlich war, um das Leben der Frau zu retten.

(mba/dpa)