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Essen: Angeklagter schweigt nach tödlichem Messerangriff

28-jähriger Mann aus Essen vor Gericht : Angeklagter schweigt nach tödlichem Messerangriff

Ein Mann wird in Essen auf offener Straße mit einem Messer angegriffen. Wochen später stirbt er im Krankenhaus. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht - und schweigt.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf offener Straße muss sich ein 28-jähriger Mann aus Essen seit Freitag wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Der aus Guinea stammende Angeklagte soll am 16. Dezember 2019 in Essen mehrfach mit einem Messer auf einen Bekannten eingestochen haben. Die Ärzte hatten wochenlang um das Leben des Opfers gekämpft – am Ende vergeblich. Der 31-Jährige war Ende Januar 2020 an den Folgen einer Sepsis verstorben. Zum Prozessauftakt hat sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Bei dem Angriff war noch ein zweiter Mann verletzt worden, der dem später Verstorbenen zu Hilfe kommen wollte. Der 29-Jährige hatte dabei in die Klinge des Messers gegriffen. „Danach wusste ich nicht mehr, was ich machen sollte“, sagte er den Richtern am Essener Schwurgericht. „Ich hatte unwahrscheinlich Schmerzen.“ Sein Bekannter habe noch versucht zu fliehen, sei aber gestürzt. „Der Angeklagte war dann auf ihm und hat immer wieder geschlagen“. Ein Messer habe er nicht gesehen. „Nachher war aber alles voller Blut.“

Die Hintergründe des Angriffs sind unklar. Der Angeklagte war selbst rund ein Jahr zuvor bei einer Auseinandersetzung ebenfalls schwer verletzt worden. Mit einem Urteil ist voraussichtlich Ende Juni zu rechnen.

(chal/dpa)