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Essen: Angeklagte schweigen in Prozess um Leichenfund

Tat im Drogenmilieu : Angeklagte schweigen in Prozess um Leichenfund in Essen

In einer Wohnung in Essen wird vor einem Jahr eine verweste Leiche gefunden. Jetzt stehen zwei Frauen und vier Männer vor Gericht. Doch sie schweigen.

Rund ein Jahr nach dem Fund einer stark verwesten Leiche müssen sich vier Männer und zwei Frauen seit Montag in Essen vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen Bekannten aus dem Drogenmilieu zusammengeschlagen zu haben. Eine der Frauen soll den Schwerverletzten anschließend erstochen haben. Zum Prozessauftakt haben die deutschen und italienischen Angeklagten von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Die Anklage lautet unter anderem auf Totschlag. Das Essener Schwurgericht hat für den Prozess Verhandlungstermine bis in die zweite Novemberhälfte vorgesehen.

Die Leiche wurde am 20. August vergangenen Jahres – rund vier Wochen nach der Tat - gefunden. Nachbarn hatten der Polizei damals von Maden berichtet, die aus der Wohnung kamen. Trotz des bereits fortgeschrittenen Verwesungszustands hatten die Ärzte eine klaffende Stichwunde und Knochenbrüche festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Opfer schon vor der tödlichen Attacke bei einem Treffen am Rhein-Herne-Kanal von den Angeklagten verprügelt worden ist. Hintergrund des gemeinsamen Angriffs soll laut Anklage gewesen sein, dass der Mann gesagt hatte, er stehe auf Kinder und darauf, Tiere zu töten.

(kag/dpa)