NRW-Minister Stamp besucht Tafel in Essen: "Es gibt hier keine Rassisten"

NRW-Minister Stamp besucht Tafel in Essen: "Es gibt hier keine Rassisten"

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp hat bei einem Besuch der Essener Tafel die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewürdigt. Kritik übte er aber an der Entscheidung, derzeit keine Ausländer neu aufzunehmen.

Der FDP-Politiker wiederholte seine ablehnende Position zum vorübergehenden Aufnahmestopp der Tafel für Ausländer, der in der vergangenen Woche eine bundesweite Debatte ausgelöst hatte. Bei dem Angebot solle nicht die Herkunft, sondern die Bedürftigkeit entscheidend sein, sagte Stamp.

Für die ehrenamtlichen Helfer der Ausgabstelle für Lebensmittel hatte Stamp lobende Worte. Einige arbeiteten bereits sei mehr als 20 Jahren dort, "um anderen Menschen ein bisschen ihr Leben zu verbessern. Das ist eine ganz wichtige Leistung, die man anerkennen muss", sagte Stamp am Samstag nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Jörg Sartor.

  • Trotz Kritik : Essener Tafel hält vorerst an Aufnahmestopp für Ausländer fest

"Es gibt hier keine Rassisten, sondern es gibt hier viele engagierte Mitarbeiter, die etwas für alle in der Essener Gesellschaft tun wollen", sagte der Politiker weiter. Mit dem Besuch wollte Stamp sich nach eigenen Angaben "ein Bild vor Ort" machen. Nach dem Gespräch mit Sartor besuchte der Minister auch die samstägliche Lebensmittelausgabe der Tafel.

Tafel in Essen: Das sagen die Kunden zum Aufnahmestopp für Ausländer

Seit dem 10. Januar nimmt die Essener Tafel keine Ausländer mehr als Neukunden an. Die Hilfsorganisation begründet ihr Vorgehen mit einem bereits sehr hohen Anteil an Ausländern unter ihren Kunden. Gerade ältere Menschen und alleinerziehende Mütter hätten sich von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt. Nach heftiger Kritik soll ein Runder Tisch eine Neuregelung für die Essener Tafel erarbeiten.

(top/lnw)