Messerangriff auf junge Frauen Großes Entsetzen nach Bluttat in Unterbach

Erkrath/Düsseldorf · Die Messerattacke auf zwei Mädchen auf einem Feldweg an der Stadtgrenze von Erkrath zu Düsseldorf erschüttert die Anwohner. Jedoch wussten viele Spaziergänger und Wanderer am Mittwoch noch nichts von dem brutalen Verbrechen.

An dieser Hütte wurden die beiden Jugendlichen überfallen.

An dieser Hütte wurden die beiden Jugendlichen überfallen.

Foto: RPO/Christian Schwerdtfeger

Der junge Mann mit dem Hund an der Leine weiß noch gar nicht, was in der Holzhütte passiert ist, an der er gerade vorbeischlendert. „Was?“, fragt er und schüttelt den Kopf. „Hier sollen nachts zwei Mädchen niedergestochen worden sein? Davon habe ich nichts mitbekommen. Das ist ja furchtbar“, sagt er. „Dass so etwas hier passiert, ist unvorstellbar. Wer macht so etwas?“

Das Entsetzen über das Verbrechen, das sich in der Nacht zu Sonntag gegen 2.50 Uhr in der an einem abgelegenen Feldweg gelegenen Holzhütte in Erkrath zugetragen hat, ist groß. Dass dort zwei junge Mädchen mehrfach mit einem Messer angegriffen und niedergestochen worden sind, erschüttert besonders die Menschen im angrenzenden Örtchen Unterbach, das zu Düsseldorf gehört. Der Tatort befindet sich direkt an der Grenze zur Landeshauptstadt und nahe des Unterbacher Sees, einem überregional bekannten Naherholungsgebiet.

Die Erschütterung über die Gewalttat in Unterbach, das im besten Sinne als Dorf beschrieben werden kann, ist fast greifbar. „Hier kennt jeder jeden“, sagt eine Verkäuferin im örtlichen Café „Unterbacher Backtreff“. „Man kann von hier fast auf den Tatort gucken. Die Kunden, die kommen, sprechen natürlich darüber. Es ist wirklich schlimm, was da passiert ist“, sagt sie. „Die Mädchen kamen ja von einer Party. Und man weiß natürlich, wer an dem betreffenden Abend hier in Unterbach gefeiert hat. Und dann fragt man sich: Waren die Mädchen bei dieser Party?“

Die beiden Jugendlichen waren auf dem Rückweg von einer Feier gewesen, als sie am frühen Sonntagmorgen auf die beiden Täter trafen. Nach Angaben der Polizei waren die beiden 17-Jährigen von einem unbekannten Mann angesprochen worden, als sie in der Schutzhütte auf dem Feldweg „Im Hochfeld“ saßen. Die zweite Person hatte sich demnach im Hintergrund gehalten. Nach Informationen unserer Redaktion aus informierten Kreisen soll sich der Mann zunächst als Polizist ausgegeben haben. Als die Mädchen ihm nicht glaubten und ihm auch nicht die geforderten Handtaschen aushändigten, soll er mehrfach auf sie eingestochen haben. Dabei wurden sie schwer verletzt.

Die Opfer hätten noch selbst den Notruf wählen können. Die Fahndung auch mit einem Hubschrauber führte zunächst nicht zum Erfolg. Der Messerangreifer soll zwischen 15 und 22 Jahre alt sein, 1,75 groß, ein nordafrikanisches Erscheinungsbild aufweisen und Deutsch gesprochen haben. Er sei mit einer schwarzen Jogginghose und einer schwarz gestreiften Steppjacke bekleidet gewesen. Die Polizei sucht Zeugen. Erste Hinweise sollen bereits bei der Polizei eingegangen sein.

Am Mittwochvormittag kommen einige Wanderer und Spaziergänger am Tatort vorbei. Niemand von ihnen weiß, was sich in der Holzhütte zugetragen hat. Als sie darauf hingewiesen werden, ist das Entsetzen groß. „Ich komme mit meinem Hund mehrmals in der Woche hier vorbei. Ich kann das gar nicht glauben. Jetzt ist man selbst hier auf dem Land nicht mehr sicher vor Messerattacken“, sagt eine junge Frau.

Ein weiterer Spaziergänger berichtet, dass die Polizei am Dienstag wieder auf dem Feldweg gewesen ist – etwa 150 Meter von der Hütte entfernt. „Die haben da ein mit Schlamm verdrecktes Elektro-Fahrrad aus dem Gebüsch gezogen“, berichtet er. Nach Informationen unserer Redaktion aus Polizeikreisen soll dieser Fund aber nichts mit der Bluttat zu tun gehabt haben.

(csh)
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