Ende der deutschen Steinkohle: Festakt im NRW-Landtag würdigt Kumpel

Das Ende einer Ära: NRW-Landtag ehrt Kohle-Kumpel zum Ende des Steinkohlenbergbaus

Im Dezember schließen in NRW die beiden letzten aktiven Steinkohlenbergwerke in Deutschland. Zu Ehren der Kumpel hat es deshalb am Mittwoch im NRW-Landtag in Düsseldorf einen großen Festakt gegeben.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und sein saarländischer Kollege Tobias Hans (beide CDU) würdigten vor Vertretern aus Bergbau und Politik die Leistung der Kumpel. Am 21. Dezember schließt in Bottrop die letzte noch aktive Steinkohlenzeche Prosper-Haniel.

Die Steinkohle sei „der Brennstoff für das Wirtschaftswunder der Bundesrepublik“ gewesen, sagte Laschet im Landtag. Deshalb habe Deutschland den Menschen, die die Kohle aus der Tiefe geholt haben, viel zu verdanken: „Die Steinkohle hat unser Land geprägt.“

Laschet erinnerte auch daran, dass aus den Zechen entscheidende Impulse für Demokratie und Gerechtigkeit gekommen seien. Der Bergbau sei ein Beispiel für gelebte Solidarität, weil es unter Tage nicht auf Herkunft und Religionszugehörigkeit ankomme, sondern darauf, ob man sich aufeinander verlassen könne. Auch den Gastarbeitern, die aus vielen Ländern zur Arbeit in den hiesigen Bergwerken gekommen seien, müsse in diesen Tagen ein ganz besonderer Dank zukommen.

Der Förderturm der Zeche Prosper Haniel
Der Förderturm der Zeche Prosper Haniel wird von Scheinwerfern angestrahlt (Archivbild). Foto: dpa/Marcel Kusch
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„Wir sind stolz auf ihre Arbeit. Deshalb gehört ihnen unser aller Dank“, machte Hans deutlich. Die Bergleute seien maßgeblich an der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands beteiligt gewesen. Das Auslaufen des Bergbaus nach rund 150 Jahren sei deshalb eine historische Zäsur, die durchaus mit gemischten Gefühlen zu sehen sei. Die sozialverträgliche Gestaltung des Bergbau-Ausstiegs gebe den Kumpel nun wenigstens Sicherheit.

Bereits 2007 hatte der Bundestag den Fahrplan für den Ausstieg aus der Steinkohle bis Ende dieses Jahres festgeschrieben. Grund für die Entscheidung ist die fehlende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der deutlich billigeren Importkohle. Gut eine Milliarde Euro Kohlesubventionen pro Jahr fielen zuletzt an, um die Preisdifferenz zum Weltmarkt auszugleichen. Hinzu kommen Milliardenzuschüsse für die Vorruhestandsregelungen der Bergleute.

Bergleute verfolgen eine Festveranstaltung im nordrhein-westfälischen
Bergleute verfolgen eine Festveranstaltung im nordrhein-westfälischen Landtag. Foto: dpa/Federico Gambarini

Zu Hochzeiten in den 1960er Jahren arbeiteten in den Zechen des Ruhrgebiets rund 600.000 Menschen. Aktuell sind es noch etwa 5.000. Während in NRW der Bergbau im Dezember Geschichte sein wird, war der Saar-Bergbau bereits 2012 ausgelaufen. Mit den Folgen des Bergbaus sind die Regionen allerdings noch lange Zeit beschäftigt. Von 2019 wird mit rund 220 Millionen Euro Kosten jährlich gerechnet.

(see/epd)