Hier kann man einen Blick erhaschen Höchste Sicherheitsstufe wegen Präsident Macrons Besuch in Münster

Münster · In Münster nimmt Frankreichs Präsident Macron den Preis des Westfälischen Friedens entgegen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind hoch – doch Neugierige können einen Blick auf den Staatsgast erhaschen.

Das ist Emmanuel Macron: Präsident von Frankreich und Mann von Brigitte Trogneux
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Das ist Emmanuel Macron

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Foto: dpa, TH

Mit massiven Sicherheitsvorkehrungen bereitet sich Münster auf den Staatsbesuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an diesem Dienstag vor. Macron nimmt im Historischen Rathaus den Preis des Westfälischen Friedens entgegen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Laudatio halten, auch zahlreiche weitere Spitzenpolitiker werden in Münster erwartet.

Wer einen Blick auf den französischen Präsidenten erhaschen will, hat dazu gegen Mittag eine kurze Gelegenheit: Dann sollen sich Macron und Steinmeier mit ihren Ehefrauen kurz auf den Balkon des Stadtweinhauses auf dem Prinzipalmarkt der Öffentlichkeit zeigen. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen sollen die Geschäfte rund um den Prinzipalmarkt ganz normal öffnen können und für Kunden erreichbar sein.

Macron und seine Frau Brigitte sind von Sonntag bis Dienstag für einen dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland. Münster ist nach Berlin und Dresden die Abschluss-Etappe. Bei einem Staatsbesuch wird der Gast mit den höchsten protokollarischen Ehren empfangen. Der Besuch Macrons ist der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in Deutschland seit 24 Jahren.

Jury lobt Macrons Bemühungen im Frieden in der Ukraine

Macron erhält den Preis des Westfälischen Friedens für seine Bemühungen um die Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, die den Preis vergibt, lobte dabei ausdrücklich Macrons Bemühungen um Frieden beim russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Der französische Präsident habe alles dafür getan, um trotz schwerer Verwerfungen den Dialog mit der russischen Führung aufrechtzuerhalten. „Emmanuel Macron ist ein Kämpfer für Freiheit, Frieden und Europa“, lobte die Jury.

Bei der Preisverleihung im Historischen Rathaus von Münster (Beginn kurz nach 10 Uhr) werden neben Steinmeier und Macron auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) zu den 350 Gästen sprechen. Das WDR-Fernsehen und Phoenix übertragen die Zeremonie live.

Auszeichnung mit 100.000 Euro dotiert

Die Gesellschaft von 100 westfälischen Unternehmen vergibt den mit 100.000 Euro dotierten Internationalen Preis des Westfälischen Friedens alle zwei Jahre. Zuletzt wurden der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sowie der ehemalige nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev ausgezeichnet. Die beiden bekamen den Preis für ihre Einigung im mazedonischen Namensstreit und die dadurch entstandene Stabilität auf dem Balkan.

Mit dem Jugendpreis wird in diesem Jahr das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) ausgezeichnet. Das Werk fördere seit 1991 den Austausch von Jugendlichen zwischen Deutschland und Polen und unterstützt so das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen.

Während der Staatsbesuch in Münster weitgehend hinter verschlossenen Türen abläuft, wird es nicht weit vom Historischen Rathaus in der Stubengasse einen europäischen Begegnungsraum geben. Neben zahlreichen Informationsständen soll dort auf einer großen Leinwand auch die Preisverleihung live übertragen werden.

Mehrere Gegendemos angemeldet

Auch einige Gegendemonstrationen sind während des Macron-Besuchs in Münster geplant. Friedensaktivisten protestieren gegen europäische Waffenlieferungen an die Ukraine, Kernkraftgegner protestieren gegen den Ausbau der Atomkraft in Frankreich. „Wir rechnen mit mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, sagte Polizeisprecher Jan Schabacker. „Es gibt bislang keinerlei Hinweise auf Störungen. Wir gehen von einem friedlichen Verlauf aus.“

(ldi/dpa)
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