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Einsatz in Duisburg: Schlag gegen internationale Schleuserbande

Auch in Duisburg : Schlag gegen internationale Schleuserbande - 400 Beamte im Einsatz

Mehr als 400 Bundespolizisten sind in mehreren Bundesländern gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen. Auch in Duisburg gab es Durchsuchungen und Festnahmen.

Am Dienstag verhafteten die Bundespolizisten in Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen mehrere Verdächtige und durchsuchten Gebäude. Die Staatsanwaltschaft in Kempten wirft 19 Beschuldigten zwischen 21 und 44 Jahren vor, seit mindestens April 2019 Menschen über die sogenannte Balkanroute gegen hohe Summen eingeschleust zu haben. Die mutmaßlich 140 Geflüchteten seien überwiegend aus Syrien.

In NRW wurden ab den frühen Morgenstunden unter anderem drei Durchsuchungsbeschlüsse und drei Haftbefehle alleine in Duisburg vollstreckt, wie Oberstaatsanwalt Sebastian Murer der Staatsanwaltschaft Kempten auf Anfrage mitteilte. „Aus meiner Sicht ist das erfolgreich und als mittlerer Schlag gegen die Schieberkriminalität zu werten”, kommentierte Murer den koordinierten Einsatz der Bundespolizei.

Auf die Schliche kam die Bundespolizei der Bande, als sie im August 2019 einen Schleuserfahrer auf der Autobahn 7 bei Füssen nahe der Grenze zu Österreich festnahm. Zusammen mit Ermittlern aus mehreren europäischen Ländern konnte die Staatsanwaltschaft Kempten den mutmaßlichen Kopf der Bande in Österreich ausfindig machen und festnehmen lassen. Die Schleuser seien überaus planvoll und sehr professionell vorgegangen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie hätten Wagen eingesetzt, die den Schleuserfahrzeugen voraus fuhren und Polizeikontrollen meldeten. Die Grenze hätten die Geflüchteten oftmals zu Fuß überquert. Der Bandenchef habe das Ganze über sein Smartphone aus sicherer Entfernung koordiniert.

Die Schleuser hätten dabei die sogenannte Balkanroute genutzt, die Flüchtlinge also über Länder wie Serbien, Rumänien, Ungarn und Österreich nach Deutschland geschleust, sagt Oberstaatsanwalt Murer. Genaueres könne man derzeit aber noch nicht sagen. „Die genauen Routen sind nach wie vor Teil der Ermittlungen”, so Murer. Die Balkanroute machte erstmals 2015 Schlagzeilen, als laut EU-Kommission fast 700.000 Flüchtlinge die Route nutzten, um nach Zentraleuropa zu gelangen.

Bei dem Einsatz am Dienstag waren in Berlin, Salzgitter, Twistringen bei Bremen, Osnabrück, Hamm, Duisburg, Wuppertal und Marburg mehr als 400 Beamte im Einsatz. Die Ermittler vollstreckten elf Durchsuchungsbeschlüsse und sieben Haftbefehle. Die Verhafteten sollen nun zeitnah den Ermittlungsrichtern vorgeführt werden. Eine vorherige Meldung, es seien nur fünf von sieben Haftbefehlen vollstreckt worden, wurde mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Kempten korrigiert. Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch die für die Schleusung genutzten Smartphones. Diese werden nun ausgewertet. 

(mlat/siev)