Ein Stück Frankreich in NRW: Bei Pretaporta gibt es Mode aus Paris

Frankreich in NRW Teil 3: Mode: Einfach mal auffallen

Wenn es um Kleidung geht, sind die meisten Deutschen vor allem eins: unscheinbar. Das will Filiz Kücükler ändern und holt mit ihrer Boutique ein Stück Paris nach Mönchengladbach.

Die Hindenburgstraße in Mönchengladbach sieht so aus wie viele in deutschen Innenstädten: Auf beiden Seiten reihen sich mehrstöckige Ladenketten aneinander, dazwischen fahren die Busse. Nur eine Seitenstraße entfernt, in der Stephanstraße, sieht es anders aus. In der schmalen Gasse mit Kopfsteinpflaster, neben der Pizzeria mit Tischen auf der Straße, ist eine kleine Boutique mit rosafarbener Markise, auf der "Pretaporter" steht.

Der Name kommt vom französischen Modebegriff Prêt-à-porter, was so viel heißt wie "bereit zum Tragen", sagt Ladenbesitzerin Filiz Kücükler. "Es zeigt den französischen Einfluss, aber eben lokal in der Aussprache: Pretaporta. So wie es ein richtiger Niederrheiner sagen würde. Das passt zu uns." Die 38-Jährige arbeitet schon lange in der Modewelt, seit fast zwei Jahren hat sie nun ihren eigenen Laden in ihrer Heimatstadt.

"Ich wollte ein Stück Paris nach Mönchengladbach holen, ein kleines kreatives Viertel." Bei den Mönchengladbacher Kunden komme das gut an, ebenso bei den Nachbargeschäften. "Ich will auch andere Ladenbesitzer inspirieren", sagt Filiz Kücükler. "Denn ansonsten besteht die Innenstadt vor allem aus kommerziellen Ketten."

Von denen hebt sich die kleine Boutique mit ihrer Größe und ihrem Sortiment ab. Nur wenige, ausgewählte Stücke hängen an den Kleiderstangen, farbenfroh und außergewöhnlich — ein wenig wie der berühmte Stil eleganter Pariserinnen, findet Kücükler. "Viele Deutsche tragen vor allem Basics und kleiden sich nicht zu freizügig, schön bescheiden und unauffällig. Die Pariser sind offener für Mode, sie wollen mit Kleidung ihre Persönlichkeit unterstreichen."

Und so stelle sie auch ihre Kollektion zusammen: Einige Basics, aber auch besondere Stücke, die sie direkt in Paris kauft. Einmal im Monat fährt sie zu einem Großhändler in der französischen Hauptstadt und deckt sich dort mit den neuen Trends ein. "Das lohnt sich — in Paris gibt es genau das, was ich suche und in Deutschland nicht finde." Und das bringt sie mit — nach Mönchengladbach auf die Stephanstraße.

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(veke)