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Essen: Ehepaar darf letzte Ruhe auf jüdischem Friedhof finden

Essen : Ehepaar darf letzte Ruhe auf jüdischem Friedhof finden

Mehr als fünf Jahre nach ihrem Tod darf eine Frau aus Essen nun doch neben ihrem Ehemann auf einem jüdischen Friedhof beerdigt werden. Der Friedhof hatte den Angehörigen die Bestattung verweigert, weil die Frau keine Jüdin war. Jetzt urteilte das Oberverwaltungsgericht.

Das entschied das Oberverwaltungsgericht am Dienstag nach einem jahrelangen Rechtsstreit. Die Eheleute - er jüdisch, sie nicht - hatten schon in den 1970er Jahren ein Doppelgrab reservieren lassen. Die Gemeinde bestätigte dem Essener damals die Reservierung schriftlich und mit dem Zusatz "trotzdem Ihre Gattin Nichtjüdin ist".

1996 wurde der Ehemann in der Doppelgrabstelle beigesetzt. Doch als 2011 die Ehefrau starb, verweigerte die Gemeinde, sie dort ebenfalls beizusetzen. Die früheren Vereinbarungen seien gegenstandslos, weil die Gemeinde inzwischen eine streng orthodoxe Ausrichtung vertrete, die der Bestattung der nichtjüdischen Frau entgegenstehe.

Die Angehörigen bestatteten ihre Stiefmutter zunächst auf einem anderen Friedhof, klagten sich aber durch zwei Instanzen, damit die Eheleute gemeinsam ihre letzte Ruhe finden könnten. Diesen Wunsch hätten beide klar artikuliert, in dem sie eine Doppelgrabstelle erworben hätten, urteilten nun die Richter letztinstanzlich. Ihn zu verweigern verstoße gegen die Totenwürde beider Eheleute.

(siev/lnw)