E-Scooter in NRW: Verleiher warten vor Start noch auf behördliche Freigabe

Verkehr in NRW : Verleiher von E-Scootern warten noch auf Freigabe durch die Behörden

Ab diesem Wochenende könnten Elektro-Tretroller über die Straßen Nordrhein-Westfalens brettern. Doch einige Städte stecken noch in den Vorbereitungen. In einer Stadt läuft es dagegen schon rund.

E-Scooter haben ab diesem Samstag auch in Nordrhein-Westfalen freie Fahrt. Dann tritt eine Verordnung des Bundes in Kraft, die den Betrieb der elektrischen Tretroller regelt, wie das NRW-Verkehrsministerium mitteilte. Wer so ein Fahrzeug bereits besitzt sowie eine Betriebserlaubnis und eine Versicherung hat, kann damit also auf die Straße. Bisher war dies nur in Herne möglich, wo Sondergenehmigungen für Leih-Scooter erteilt worden waren.

Wer sich in anderen NRW-Städten so ein Fahrzeug ausleihen will, muss sich aber wohl erstmal in Geduld üben. „Wir sind startklar für unsere Städte in NRW, warten aber auf die entsprechende Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes“, heißt es etwa vom Anbieter „Tier“. Der Behörde zufolge dauert die Bearbeitung in der Regel zwei Wochen.

Liegen die Genehmigungen aber vor, dürfte das Angebot groß sein. Zwar gibt es keine Zahlen von Kommunen, wie viele E-Scooter künftig zur Verfügung stehen. Doch das Interesse kommerzieller Verleiher ist groß - in NRW-Städten wie Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Dortmund, Essen, Duisburg, Bielefeld oder Münster haben sich teils bis zu zwölf Anbieter gemeldet.

Unterdessen feilen manche Städte noch am genauen Umgang mit den neuen Gefährten. So wollen Münster und Düsseldorf mit den Anbietern Verhaltenskodizes vereinbaren. Er werde sich an dem Kodex für Leihfahrräder orientieren, sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf. Dieser legt in der Landeshauptstadt zum Beispiel fest, dass die Fahrt mit den Rädern nicht in Parks beendet werden darf.

In Essen würden die Vorstellungen der Anbieter noch mit den eigenen abgeglichen, hieß es von der Stadt. Bereits vorhandene Pläne für die E-Scooter wurden in Dortmund unterdessen wieder verworfen. „Die Stadt ist noch dabei, sich eine abgestimmte Meinung zu den E-Rollern zu bilden“, sagte ein Sprecher.

Ab Juli will die Stadt Mönchengladbach zusammen mit dem Energieversorger NEW 100 E-Scooter in der Stadt ein Jahr lang testen. Kunden können die Gefährte per App buchen und sollen damit nach Vorstellung der Stadt beispielsweise die letzten Meter vom Arbeitsort zur Bushaltestelle zurücklegen.

Mitte Mai hatte der Bundesrat den Weg für eine Zulassung der kleinen Gefährte mit maximal 20 Kilometern je Stunde (km/h) in diesem Sommer freigemacht. Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und Radwege nutzen, auch wenn sie auf langsameren Modellen unterwegs sind. Gehwege bleiben für die neuen Kleinfahrzeuge zum Schutz von Fußgängern tabu.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bald auf den Straßen - fünf legale E-Scooter

(top/dpa)
Mehr von RP ONLINE