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Duisburg/Rheinberg: DLRG warnt nach tödlichem Unfall im Rhein

DLRG warnt nach Badeunfall in Duisburg : „Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen“

Bundesweit sind im vergangenen Jahr 378 Menschen ertrunken, 88 Prozent von ihnen in Binnengewässern. Die DLRG erklärt, warum Schwimmen in Flüssen und Seen so gefährlich sein kann.

Anlässlich der hohen Temperaturen warnen Verbände wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erneut eindringlich vor Schwimmen in Flüssen wie dem Rhein und nicht beaufsichtigten Seen. „Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen“, sagte ein Sprecher der DLRG. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, sei deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern, wo es Bademeister und Rettungsschwimmer gebe, so der DLRG-Sprecher.

So rettet man einen Menschen vor dem Ertrinken

Erst am Mittwoch war in Duisburg ein zunächst noch aus dem Rhein gerettetes 17-jähriges Mädchen später trotz Reanimationsversuchen gestorben. Zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen werden noch vermisst. Die Polizei schätzt die Wahrscheinlichkeit, sie noch lebend aus dem Rhein zu retten, als sehr gering ein. Am Sonntag war ein 26-Jähriger mit einer aufblasbaren Badeinsel im Rotter See in Troisdorf bei Köln ertrunken. Im vergangenen Jahr ertranken bundesweit mindestens 378 Menschen. In Binnengewässern verloren mindestens 335 Personen, das sind rund 88 Prozent der Opfer, ihr Leben, so die Statistik des DLRG.

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Laut Polizei Duisburg enden trotz unermüdlicher Warnungen jedes Jahr Schwimmversuche oder waghalsige Mutproben im Rhein tödlich. „Auch wer nur bis zu den Knien am Ufer im Wasser steht, kann durch die unvorhersehbaren Strömungen hineingezogen werden. Die Chancen, lebend wieder aus dem Rhein zu kommen, sind gering“, heißt es in einer Mitteilung der Duisburger Polizei. „Ich habe gerade für Eltern, die ihre Kinder am Ufer im Wasser spielen lassen, absolut kein Verständnis. Das ist - um es mal deutlich zu sagen – reiner Wahnsinn“, so Michael Blankartz von der Wasserschutzpolizei Duisburg.

Die DLRG führt Unglücke zum Teil auch auf gefährlichen Leichtsinn zurück. Die Gefahr in den Gewässern werde häufig unterschätzt, heißt es beim DLRG. Gerade das Schwimmen in Flüssen wie dem Rhein sei extrem gefährlich.  Demnach besteht eine große Gefahr durch vorbeifahrende Schiffe, die einen Sog erzeugen können, in den man geraten kann. Darüber hinaus bildeten sich durch die Steinaufschüttungen im Rhein immer wieder strudelartige Strömungen. Laut DLRG besteht keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen.

In den kommenden Tagen soll es bei Temperaturen von mehr als 30 Grad sommerlich heiß bleiben. Viele Menschen wird es deswegen zur Abkühlung an Seen ziehen. Doch Experten warnen: In Seen und Teichen bestehen Gefahren in Form von steil abfallenden Ufern, Wasserpflanzen und Unrat. Besonders Kiesgruben, sogenannte Baggerlöcher, sind demnach gefährlich, weil deren Ufer abrutschen können. Zudem weisen Seen unterschiedlich warme Wasserschichten auf.