Duisburg: Hunde dürfen mit in den Zoo

Debatte bei Tierfreunden : Sollten Hunde mit in den Zoo?

In den Duisburger Zoo dürfen ab 2019 Hunde mitgenommen werden. Einige andere Tierparks erlauben das längst. In Köln und Wuppertal ist das hingegen verboten. Aus gutem Grund, meinen Tierschützer.

Die Zoo-Ordnung, die auf der Internetseite des Duisburger Tierparks einzusehen ist und wohl in den nächsten Tagen aktualisiert werden wird, macht unmissverständlich deutlich, dass Hunde im Zoo am Kaiserberg nicht willkommen sind. „Aus Rücksicht auf Mensch und Tier“, ist dort gleich unter Punkt eins vermerkt, sei das Mitführen von Hunden und anderen Tieren nicht erlaubt. Die Forderung an die Hundebesitzer lautet: „Bitte kümmern Sie sich rechtzeitig vor dem Zoobesuch um eine adäquate Lösung, und lassen Sie ihr Haustier während des Zoobesuchs nicht im Auto.“

Dieses seit Jahrzehnten geltende Hunde-Verbot im Duisburger Zoo wird nun gekippt. Der Tierpark öffnet im Rahmen einer dreimonatigen Testphase zum Jahresbeginn an jeweils zwei Tagen in der Woche die Pforten nun auch für Hunde. „Für viele unserer Besucher ist der Hund ein vollwertiges Familienmitglied und gehört zu einem Ausflug dazu“, sagt Astrid Stewin, Vorstandsvorsitzende im Zoo Duisburg. „Auch diesen Tierfreunden möchten wir die Möglichkeit bieten, unseren Zoo zu besuchen.“

Damit folgt der Duisburger Zoo dem Vorbild einer Reihe anderer Tierparks wie Münster, Gelsenkirchen und Krefeld, wo Hunde bereits mitgeführt werden dürfen. Andere Zoos sind hingegen strikt gegen Hunde in ihren Tierparks. In Köln dürfen die Vierbeiner aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen nicht mit hinein genommen werden. In Wuppertal lehnt man das ebenfalls strikt ab. Manche Zootiere könnten Hunde an ihrem Gehege als unangenehm und störend empfinden, im schlimmsten Fall sogar verschreckt oder gar panisch reagieren, argumentiert man in Wuppertal. Das Wohlergehen aller Tiere, auch der Hunde, liege dem Zoo sehr am Herzen und man glaube, mit einem Verbot den Tieren und auch einem großen Teil der Besucher gerecht zu werden. Auch in Dortmund sind Hunde im Zoo verboten. Ausnahme: ausgebildete Assistenzhunde (etwa Blindenhunde).

Sehr kritisch sieht die Tierschutzorganisation Peta den Hundebesuch in Tierparks. „Das bedeutet Stress für die Tiere. Gerade Fluchttiere könnten von Hunden erschreckt werden und sich in ihrer Panik dann verletzen, gegen Gitter prallen und im schlimmsten Fall sogar sterben“, sagt Yvonne Würz, Expertin bei Peta für dieses Thema. Sie kann sich gut vorstellen, dass Zoos das nur aus Geld- und Marketinggründen zulassen. „Mit Tierwohl- und schutz hat das jedenfalls nichts zu tun“, betont Würz.

Diese Kritik weisen die Zoos von sich. Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg, erklärt: „Erfahrungen zeigen, dass es für die Hunde aufregender ist als für die Zootiere. Diese akzeptieren die neuen Besucher für gewöhnlich schnell und sind dabei recht gelassen.“ Im Allwetter-Zoo Münster habe man ähnliche Erfahrungen gemacht, sagt Biologin Simone Schehka. „Die Hunde haben meistens Angst vor den Löwen“, sagt sie. „Die Löwen sind aber gelassen, sie kennen die Abgrenzung ihrer Gehege genau und wissen, dass der Hund nicht zu ihnen reinkommen kann“, erklärt sie.

In Deutschland gibt es keine Regelung, die Hunde in Zoos verbietet. Die Entscheidung, ob sie mitgebracht werden dürfen, obliege grundsätzlich der Geschäftsleitung der jeweiligen Tierparks, sagt Julia Kögler, stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ). Da kein unmittelbarer Kontakt zu den im Zoo gehaltenen Wildtieren und den angeleinten Hunden bestehe, sei eine veterinärmedizinische Gefahr durch Besucherhunde als gering einzuschätzen, so Kögler. Außerdem müssten sich die Halter an Regeln halten. Hunde dürfen in Zoos nur an der Leine geführt werden. „Und das Betreten von Tierhäusern mit frei lebenden Wildtieren oder von begehbaren Anlagen ist Hunden selbstverständlich nicht gestattet“, sagt Kögler.

Umsonst kommen die Hunde in der Regel nicht in die Zoos. Ihre Besitzer müssen für sie meist Eintritt bezahlen. In Krefeld kostet das 2,50 Euro zusätzlich, in Duisburg verlangt man fünf Euro in der Testphase. Daran sehe man, sagt Peta-Expertin Würz, dass es den Zoos nur ums Geld gehe. Die Tierparks entgegnen, dass mit dem Besuch von Hunden zusätzliche Kosten anfallen – etwa für Kotbeutel.

In Duisburg sieht man der Testphase optimistisch entgegen. „Die Erfahrungen aus anderen Zoos zeigen, dass es ein gutes Miteinander zwischen den einzelnen Besuchergruppen gibt und gegenseitig Rücksicht genommen wird“, sagt Stewin.

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