Düsseldorf und Meerbusch: Warum brennen gerade so viele Strohballen?

Nach Fällen in Düsseldorf und Meerbusch : Warum brennen in der Region derzeit so viele Strohballen?

In den vergangenen Tagen rückte die Feuerwehr in der Region immer wieder aus, um brennende Strohballen zu löschen. Ein schwieriges Unterfangen – und für den Bauern ein großer Verlust.

In der Nacht zu Sonntag brannten nur wenige Kilometer voneinander entfernt gleich zweimal Strohballen - einmal auf der linken Rheinseite, einmal auf der rechten. Im Düsseldorfer Stadtteil Lohausen rückte die Feuerwehr aus, weil 250 Rundballen in Flammen standen. Der Einsatzleiter entschied, die Ballen kontrolliert abbrennen zu lassen. Mit einem Teleskoplader zog die Feuerwehr das Stroh auseinander, um das Abbrennen zu beschleunigen, und kühlte die Umgebung mit Wasser. Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht.

Ungefähr zur selben Zeit war die Feuerwehr im Meerbuscher Stadtteil Ilverich damit beschäftigt, 300 brennende Strohballen zu löschen. Der Einsatz dauerte zehn Stunden. Bereits am späten Mittwochabend hatte es im Düsseldorfer Stadtteil Angermund gebrannt, 900 Strohballen standen in Flammen. Erst nach 15 Stunden war der Einsatz auch für die letzten Feuerwehrleute beendet.

In allen Fällen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Bei den zwei Fällen in Düsseldorf kann die Polizei die Ursachen nun auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung eingrenzen, einen technischen Defekt zum Beispiel eines Treckers oder einen Blitzeinschlag schließt sie aus. Fahrlässige Brandstiftung liegt zum Beispiel dann vor, wenn jemand achtlos eine glühende Zigarette aus dem Auto wirft. Hinweise auf einen Serientäter gibt es nicht.

Christopher Schuster, Pressesprecher der Feuerwehr Düsseldorf, zählt in Düsseldorf fünf Einsätze mit brennenden Strohballen seit August. Er berichtet von den besonderen Schwierigkeiten, die ein Strohfeuer macht. In seltenen Fällen ist die Feuerwehr so schnell vor Ort, dass nur einzelne Ballen brennen, die die Feuerwehr rausziehen und löschen kann. In den meisten Fällen steht bereits ein Großteil des Strohs in Flammen, ein Löschen hätte keinen Sinn mehr. Dann kühlt die Feuerwehr die Umgebung mit Wasser, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern und lässt das Stroh kontrolliert abbrennen. Falls vorhanden, kommt ein Teleskoplader zum Einsatz, mit dem ein Feuerwehrmann das Stroh auseinander zieht, um das Abbrennen zu beschleunigen und den Einsatz zu verkürzen.

Unabhängig von der Ursache ist es kein Zufall, dass gerade jetzt die Strohballen brennen. Sie werden im August nach der Gersten- und Weizenernte gepresst, sagt Marilena Kipp, Pressesprecherin vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband. Der Bauer braucht das Stroh vor allem als Einstreu für den Stall. Im Idealfall deckt er mit den eigenen Strohballen den Bedarf, sonst muss er hinzukaufen. „Für den Landwirt ist so ein Brand ein Riesenverlust“, sagt Kipp. Stroh liegt bei 80 bis 90 Euro pro Tonne, ein großer Rundballen wiegt 250 Kilogramm, kostet also knapp 20 Euro. Bei mehreren hundert verbrannten Strohballen liegt der Schaden also schnell in einem höheren vierstelligen Bereich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Strohballen brennen in Düsseldorf-Lohausen

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