Appell an andere Bundesländer Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung lobt NRW-Polizeiarbeit

Düsseldorf · Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat bei einem Gespräch mit dem NRW-Innenminister die Arbeit der Polizei in Nordrhein-Westfalen gelobt. Sie appellierte auch an andere Bundesländer, ebenfalls vermehrt Ressourcen bereitzustellen.

 Die Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, lobte die Arbeit der NRW-Polizei (Archivbild).

Die Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, lobte die Arbeit der NRW-Polizei (Archivbild).

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, hat die Arbeit der nordrhein-westfälischen Polizei gelobt. „Nordrhein-Westfalen hat nach den großen Fällen wie in Lügde oder Bergisch Gladbach viel in die Ermittlungsstrukturen investiert“, erklärte sie am Donnerstag in Düsseldorf nach einem Gespräch mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Das kostet natürlich Geld, spiegelt sich aber jetzt in der sehr erfolgreichen Ermittlungsarbeit wider.“ Sie appellierte an die anderen Bundesländer, ebenfalls die notwendigen Ressourcen für den Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern bereitzustellen, denn die Täternetzwerke agierten länderübergreifend.

Nach Angaben von Reul hat NRW das polizeiliche Personal im Bereich Missbrauch und Kinderpornographie seit 2018 nahezu verfünffacht. Durch strukturelle, personelle und technische Maßnahmen seien so kontinuierlich mehr Fälle erfasst worden. 2021 wurden den Angaben zufolge in NRW insgesamt 4.131 Fälle von Kindesmissbrauch polizeilich bekannt, das war ein Anstieg um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Kinderpornographie habe sich die Fallzahl mit einer Steigerung um 137 Prozent auf 11.328 Fälle sogar mehr als verdoppelt. Dass immer mehr Fälle aufgedeckt würden, sei zwar erschreckend, zeige aber auch, „dass die harte Arbeit der Polizei etwas bewirkt“, sagte der NRW-Innenminister.

Die Missbrauchsbeauftragte kündigte eine Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne für den Herbst an: „Erst wenn Menschen Missbrauch in ihrem eigenen Umfeld für möglich halten und verstehen, dass es auch die eigenen Kinder oder Kinder und Jugendliche, die man kennt, treffen kann, werden sie auch beginnen, genauer hinzusehen und zu handeln.“

(toc/epd)
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