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Düsseldorf: Gastronomen wollen mit leeren Stühlen protestieren

Rathausplatz in Düsseldorf : Gastronomen wollen mit leeren Stühlen protestieren

Für Bars, Restaurants und Cafés ist jede Woche Corona-Krise eine Woche zu viel. Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals, weil die Einnahmen ausbleiben. Nun wollen sie ein Zeichen setzen.

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen wollen Gastronomen am Freitag mit leeren Stühlen auf ihre Situation aufmerksam machen und auf eine baldige Öffnung der Gastronomie pochen. „Die leeren Stühle stehen symbolisch für die Leere in den Kassen und Betrieben und die große Unsicherheit von Unternehmern und Beschäftigten“, sagte ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga NRW. Aufgestellt werden sollen sie auf zentralen Plätzen in den Städten - etwa auf dem Rathausplatz in Düsseldorf oder in Bielefeld und mehreren anderen Städten. Vorbild sind Mahnwachen mit leeren Stühlen in Dresden, die bereits mehrfach stattgefunden haben.

Anders als Geschäfte müssen Cafés, Restaurants und Kneipen wegen der Corona-Pandemie vorerst weiterhin geschlossen bleiben. Allerdings müssen sie nach jüngsten Beschlüssen weniger Mehrwertsteuer zahlen und profitieren vom aufgestockten Kurzarbeitergeld. Angesichts des Umsatzeinbruchs um nahezu 100 Prozent sei es für viele Betriebe schwierig, überhaupt die notwendigen Vorleistungen zu erbringen, hieß es von Dehoga.

Andreas Pinkwart (FDP) stellt den Gastwirten eine Wiedereröffnung ihrer Betriebe in Aussicht. NRW arbeite mit Baden-Württemberg und anderen Bundesländern an einem gemeinsamen Konzept für Öffnungsschritte nach dem 4. Mai. Das Konzept solle bis zur nächsten Beratungsrunde zwischen Bund und Ländern vorliegen. Der Bestand zahlreicher Betriebe und Arbeitsplätze in der Gastronomie sei gefährdet. „Deshalb benötigen wir jetzt schnell eine wohlüberlegte, differenzierte und zwischen den Bundesländern abgestimmte Vorgehensweise“, sagte Pinkwart.

Nach dem vorübergehenden Stopp der Auszahlungen der Soforthilfen für Selbstständige und Kleinunternehmer wartet ein Viertel der Antragssteller auf sein Geld. Von den mehr als 400.000 eingegangen Anträgen seien etwa 300.000 bislang ausgezahlt worden. Die noch ausstehenden Zahlungen sollten bis Ende dieser Woche, zum Teil bis Anfang kommender Woche erfolgen, sagte Pinkwart.

(dtm/dpa)