Düsseldorf Flughafen: Zahl der Sammelabschiebungen aus NRW steigt

Flughafen Düsseldorf : Zahl der Sammelabschiebungen aus NRW steigt

Die Zahl der per Charterflug aus NRW abgeschobenen Flüchtlinge nimmt offenbar wieder zu. Mehr als 2250 Menschen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres in Sammelflügen vom Flughafen Düsseldorf aus in andere Länder überstellt.

Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Hälfte der insgesamt 36 Charterflüge aus NRW ging dabei in Balkanländer wie Albanien, Kosovo, Serbien oder Mazedonien.

Im gesamten Jahr 2017 hatte die Bundespolizei rund 3570 Migranten in 40 Charterflügen von Düsseldorf aus abgeschoben. 2016 waren es rund 4070 Flüchtlinge in 67 Flügen.

Insgesamt steige die Zahl der Sammelabschiebungen auch in andere Länder, sagte die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW, Birgit Naujoks, am Dienstag auf Anfrage. „Der Druck ist insgesamt gestiegen.“ So wurden in diesem Jahr vereinzelt Abschiebeflüge aus NRW etwa nach Lagos (Nigeria), Accra (Ghana) oder Dhaka (Bangladesch) gechartert.

Deutschlandweit wurden im laufenden Jahr bereits mehr als drei Mal so viele Migranten per Charterflug in andere europäische Staaten überstellt wie 2017.

Demnach schob die Bundespolizei von Januar bis Juli 485 Menschen auf insgesamt 17 Dublin-Sammelflügen ab. Im Vorjahr waren es 153 Menschen auf sieben Flügen, 2016 waren es noch 26 Menschen auf zwei Flügen. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jener EU-Staat für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems.

(dpa/irz)
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