Düsseldorf: Angeklagter im Rizin-Prozess verhandlungsfähig

Psychiatrisches Gutachten : Angeklagter im Rizin-Prozess ist verhandlungsfähig

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer von Köln ist ein psychiatrisches Gutachten über den Angeklagten vorgelegt worden. Im Prozess wurden Bilder von Enthauptungen gezeigt, die er auf seinem Handy gespeichert hatte.

Demnach gebe es keine Hinweise auf eine Verhandlungsunfähigkeit des Mannes, erklärte das Gericht. Der Gutachter halte den Angeklagten für voll verhandlungsfähig. Auch ein Amtsarzt hatte diese Ansicht vertreten. Die Verteidiger hatten vor einer Prozesspause vor einigen Wochen erklärt, ihr Mandat habe wegen der psychischen Belastung durch die Trennung von den Kindern und der eingereichten Scheidung seiner Frau gesundheitliche Probleme.

Der Tunesier Sief Allah H. und seine 43 Jahre alte deutsche Frau Yasmin H. müssen sich wegen Anschlagsvorbereitungen mit einer Biowaffe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Sie sollen im vergangenen Jahr einen biologischen Kampfstoff für einen Terroranschlag in Deutschland hergestellt haben. Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte laut Anklage begonnen, hochgiftiges Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen.

Ein Islamwissenschaftler erklärte am zehnten Verhandlungstag, Bilder und Texte auf dem Handy des Angeklagten verdeutlichten, wie sehr dieser der dschihadistischen Ideologie anhänge. Die Ermittler hatten auf einem Mobiltelefon des Tunesiers 46.000 Bilder mit zum Teil islamistischem Inhalt gefunden. Einige, darunter auch Bilder von Enthauptungen, wurden am Donnerstag im Prozess gezeigt.

(hsr/dpa)
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