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Düsseldorf: 22-Jähriger aus Ratingen in London wegen Terrorverdachts verhaftet

Am Londoner Flughafen : 22-Jähriger aus Ratingen wegen Terrorverdachts verhaftet

Ein Mann aus Ratingen ist in London wegen Terrorverdachts verhaftet worden. Der 22-Jährige, der als islamistischer Gefährder eingestuft wurde, soll als Unterstützer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ brutale Propaganda-Videos verschickt haben.

Die britische Polizeibehörde Scotland Yard teilte auf Anfrage mit, dass der Mann namens Florian F. am Montag, 12. Oktober, kurz vor seiner Abreise nach Deutschland wegen Terrorverdachts am Flughafen Stansted festgenommen wurde.

Er soll den Islamischen Staat unterstützt und terroristische Propaganda-Videos verbreitet haben. Laut einem Bericht der britischen Zeitung „Daily Mail“ sollen die Videos, die auf dem Smartphone des Verdächtigen gefunden worden waren, extreme Gewalt und Enthauptungen zeigen. Laut Scotland Yard geht es um fünf Videos, die er zwischen dem 15. August und dem 23. September verschickt haben soll. Die „Daily Mail“ berichtet in Bezug auf eine erste gerichtliche Anhörung des Mannes Anfang dieser Woche, dass F. seit März in Großbritannien war, um dort Arbeit zu suchen. Er ist nun in Untersuchungshaft und wird am 6. November vor Gericht stehen.

Laut einem Bericht des „Spiegel“ wird F. verdächtigt, einer Gruppe IS-Anhänger aus Ratingen anzugehören. Der Mann wurde von den Sicherheitsbehörden zunächst als sogenannter Prüffall Islamismus geführt. „Aktuell ist die Person als islamistischer Gefährder eingestuft“, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei sagte: „Wir hatten den Mann im Blick und stehen nun im Austausch mit den Sicherheitsbehörden im Ausland.“

Gefährder sind Personen, bei denen „bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen werden“, so die Definition des Bundeskriminalamtes. Die Sicherheitsbehörden bewerten Gefährder im Hinblick auf von ihnen ausgehende Gefahren fortlaufend, wie das NRW-Innenministerium mitteilt. Auf der Grundlage dieser Bewertung folgen gegebenenfalls dann Maßnahmen zur Gefahrenabwehr oder der Strafverfolgung. „Nähere Einzelheiten werden grundsätzlich nicht öffentlich gemacht, um den Erfolg sicherheitsbehördlicher Maßnahmen nicht zu gefährden“, sagte die Sprecherin.