Dürremonitor-Karten Wo Nordrhein-Westfalen vertrocknet
Düsseldorf · Heiße und trockene Sommer bestimmen das Wetter auch bei uns stärker als in vergangenen Jahrzehnten. Der Klimawandel hat gravierende Folgen vor allem für die Land- und Forstwirtschaft. Wo es am schlimmsten ist, zeigen die Dürremonitor-Karten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.
Bilder zeigen Dürre und Trockenheit in NRW
Ausgetrocknete Felder, Flussbetten oder Wälder – an vielen Orten Deutschlands sind die Auswirkungen von Hitzerekorden sichtbar. Ausgeprägtee Hochdruckgebiete mit schönem Wetter, die sich vermehrt über Europa festsetzen, wie etwa in den Jahren 2018 oder 2022, führen dazu, dass es ungewöhnlich lange sehr warm und trocken bleibt. Ursache dafür ist der sich abschwächende Jetstream, ein starker Wind in der Troposphäre, in der etwa 90 Prozent der gesamten Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf der Erdatmosphäre enthalten sind. Der Jetstream ist für den stetigen Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten verantwortlich. Seine nachlassende Dynamik ist eine direkte Folge des menschengemachten Temperaturanstiegs durch die massenhafte Freisetzung von CO2.
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) liefert täglich flächendeckende Informationen zum Bodenfeuchtezustand in Deutschland. Die Karten stellen den tagesaktuellen Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,80 Meter Tiefe) und des Oberbodens (bis 25 Zentimeter Tiefe) sowie das für Pflanzen verfügbare Wasser im Boden für alle einzelnen Bundesländer dar. Der Wert „pflanzenverfügbares Wasser“ ist vor allem für Landwirte wichtig: Sinkt die Feuchtigkeit in der Bodentiefe bis 25 Zentimeter unter 50 Prozent, müssen sie die Felder bewässern, um den Ernteertrag sichern zu können.
Für die Erstellung der Karten werden Daten von ungefähr 2500 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes genutzt. Durch den Vergleich der Bodenfeuchte mit den jährlichen Erwartungswerten seit 1951 kann dann der Dürrezustand ermittelt werden. Unterschieden werden fünf Stufen, beginnend mit „ungewöhnlicher Trockenheit“. Schon bei Stufe zwei „moderate Dürre“ sind Schäden für Feldfrüchte und Grasland möglich. Stufe drei „schwere Dürre“ kann Verluste jener Vegetation nach sich ziehen. Stufe vier „extreme Dürre“ bedeutet hohe Wahrscheinlichkeit für große Verluste bei Feldfrüchten und Grasland. Bei Stufe fünf „außergewöhnliche Dürre“ schließlich ist mit außergewöhnlich großen Verlusten zu rechnen.
Extreme Dürre in Spanien, Italien und Frankreich
Zu geringe Niederschläge haben in den vergangenen Jahren eine großflächige Dürre und Trockenheit in den Ober- und Gesamtböden in Deutschland ausgelöst. Die Grundwasserspeicher können sich allerdings erst durch langanhaltenden Regen wieder erholen. Der nasse Januar 2023 beispielsweise versorgte die Böden bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern zwar wieder ausreichend mit Feuchtigkeit, doch sind sie in einer Tiefe bis zu 1,80 Meter immer noch viel zu trocken. Selbst solche Information lassen sich aus den UFZ-Karten detailliert herauslesen.
www.ufz.de/duerremonitor