Dortmunder Pizza-Anwalt: "Es ist ruhiger geworden"

Pizza-Anwalt aus Dortmund: "Es ist ruhiger geworden"

Der Dortmunder Anwalt Guido Grolle wurde in den vergangenen beiden Wochen täglich mit rund 30 Pizzen beliefert, die er allerdings nicht selbst bestellt hat. Mittlerweile ist es ein bisschen ruhiger geworden, wie er gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Am Valentinstag gab es dennoch eine Bestellung – allerdings keine Pizza.

Der Dortmunder Anwalt Guido Grolle wurde in den vergangenen beiden Wochen täglich mit rund 30 Pizzen beliefert, die er allerdings nicht selbst bestellt hat. Mittlerweile ist es ein bisschen ruhiger geworden, wie er gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Am Valentinstag gab es dennoch eine Bestellung — allerdings keine Pizza.

Um 12.03 Uhr am Valentinstag war es wieder einmal so weit. Guido Grolle hat zu diesem Zeitpunkt eine E-Mail vom China-Imbiss Wan erhalten. In den vergangenen beiden Wochen wurde der Rechtsanwalt von solchen Bestellungen regelrecht bombardiert, rund 30 Stück gingen pro Tag bei ihm ein. Dabei hat er diese nicht selbst getätigt.

Mittlerweile hat Grolle seine Handynummer gewechselt. "Seitdem ist es ein bisschen ruhiger geworden", sagt Grolle im Gespräch mit unserer Redaktion. Grolle, der sich mit Juristen-Deutsch von Berufswegen sehr gut auskennt, erstattete zudem Anzeige gegen Unbekannt. "Ich habe der Polizei minutiös aufgeschrieben, was passiert ist. Ob die Anzeige Erfolg hat, weiß ich allerdings nicht", sagt Grolle: "Mehr kann ich aber nicht tun."

  • 30 Lieferungen pro Tag : Pizza-Stalking bei Dortmunder Anwalt

Der Jurist beruft sich bei seiner Anzeige auf den Paragraphen 238 des Strafgesetzbuches. Darin heißt es unter anderem: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einer andere Person unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er beharrlich (...) unter missbräuchlicher Verwendung von personenbezogenen Daten dieser Person Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für sie aufgibt". Allerdings hat dieser Paragraph laut Grolle einen kleinen Haken: "Der Begriff 'schwerwiegend' wird leider von Richter zu Richter unterschiedlich bewertet", sagt er.

Grolle hofft nun, dass die Bestellungen bald irgendwann komplett aufhören. "Sie können sich sicher vorstellen, wie das nervt. Ich bin froh, wenn es irgendwann vorbei ist", sagt der Anwalt.

(seeg)