Dortmund: Drei Verletzte nach Geisterfahrer-Unfall - Mann wendet in Rettungsgasse

Nach Geisterfahrer-Unfall mit drei Verletzten : Dortmunder Feuerwehr fotografiert Autofahrer bei unglaublichem Manöver

In Dortmund hat eine Geisterfahrerin am Donnerstag einen Unfall verursacht. Dabei wurden drei Frauen schwer verletzt. Ein Autofahrer sorgte mit seinem Verhalten für einen Eklat.

Ein Autofahrer hat mit seinem Fahrverhalten für Ärger gesorgt: Der Mann wendete am Donnerstag nach einem schweren Geisterfahrer-Unfall in Dortmund, bei dem drei Frauen verletzt wurden, in der Rettungsgasse. Der Autofahrer hatte laut Feuerwehr „nicht die nötige Geduld“ abzuwarten, bis die Straßensperrung aufgehoben wird.

Nach Angaben der Feuerwehr war die Rettungsgasse nach dem Unfall „vorbildlich“ gebildet worden. „Leider ist immer noch nicht bei allen Autofahrern angekommen, wie man sich in so einer Situation zu verhalten hat“, kommentiert die Feuerwehr die Situation in einer Mitteilung. „Das ist grundverkehrt“, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Man muss immer damit rechnen, dass weitere Rettungsfahrzeuge komme und Hilfe nicht mehr möglich ist, weil man die Gasse blockiert.“ Zudem gefährde man sich und andere Verkehrsteilnehmer.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben gegen den Fahrer. Ein Feuerwehrmann, der nicht im Einsatz war und ebenfalls im Stau stand, fotografierte demnach den zurückfahrenden Wagen und ließ das Bild den Ermittlern zukommen. Weitere Details zu dem Fahrer nannte eine Polizeisprecherin zunächst nicht.

Eine 69 Jahre alte Frau hatte zuvor als Falschfahrerin einen Unfall verursacht, bei dem sie lebensgefährlich verletzt wurde. Die Bochumerin starb wenige Stunden nach dem Vorfall im Krankenhaus, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zwei weitere Autofahrerinen erlitten ebenfalls Verletzungen. Die 69-Jährige sei am Donnerstagnachmittag auf der Brackeler Straße in Höhe der Ausfahrt der B236 mit dem Wagen einer 56-Jährigen frontal zusammengestoßen. Eine dahinter fahrende 55-Jährige prallte mit ihrem Wagen gegen das Auto der 56-Jährigen.

Bei einem Geisterfahrer-Unfall in Dortmund waren zuvor drei Autofahrerinnen verletzt worden. Foto: Feuerwehr Dortmund

Die Falschfahrerin wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die 56-Jährige wurde schwer verletzt, die 55-Jährige leicht. Zwei Autofahrerinnen waren in ihren Wagen eingeklemmt und wurden von der Feuerwehr gerettet. Die drei Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Warum die Frau aus Bochum in die falsche Richtung fuhr, war noch unklar.

Die Unfallstelle war für mehrere Stunden gesperrt. Laut Feuerwehr kam es durch den Unfall und die große Anzahl an Einsatzkräften rund um den Borsigplatz zu starken Verkehrsbehinderungen. Insgesamt waren 45 Einsatzkräfte vor Ort.

Den Ordnungshütern zufolge begehen Verkehrsteilnehmer, die ohne Anweisung die Rettungsgasse nutzen, laut Straßenverkehrsordnung eine Ordnungswidrigkeit. Das Wenden und Fahren entgegen der Fahrtrichtung kann mit einem Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot bestraft werden. Bei einer nachgewiesenen Gefährdung erhöht sich das Bußgeld den Angaben zufolge auf 240 Euro. Neben der Ordnungswidrigkeit kann auch eine Straftat vorliegen - nämlich Gefährdung des Straßenverkehrs.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein ähnlicher Vorfall im Straßenverkehr von NRW für Empörung gesorgt: Am 31. Juli war eine Frau nach einem Unfall in Düsseldorf ausgerastet. Während mehrere Notärzte und die Feuerwehr auf der Brüsseler Straße um das Leben eines 16-Jährigen kämpften, blockierte sie die Rettungsgasse und beschimpfte die Retter. Die Frau fragte die Einsatzkräfte mehrfach, wann eine Aufhebung der Sperrung zu erwarten sei und sagte, sie könne wegen eines Termins nicht mehr warten. Es gehe doch „nur um einen einzigen Motorradfahrer“. Der Jugendliche wurde im Krankenhaus behandelt und lag im künstlichen Koma. In der Nacht auf Freitag, 9. August, starb er.

(mba/dpa/AFP)
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