Dortmund: Angriff mit Hammer - Angeklagter gesteht

„Es ist ein Wunder, dass sie nicht gestorben ist“ : Angeklagter gesteht Hammer-Angriff auf Cousine in Dortmund

Ein 24-Jähriger steht in Dortmund vor Gericht, weil er seine Cousine lebensgefährlich verletzt haben soll. Zum Motiv gibt es ganz unterschiedliche Angaben.

Nach einer lebensgefährlichen Hammerattacke auf eine junge Frau hat der Angeklagte zu Prozessbeginn am Dortmunder Schwurgericht die Tat gestanden. Der 24 Jahre alte Deutsche ist der Cousin des Opfers. Den Richtern erklärte er am Mittwoch, er habe zugeschlagen, weil seine Cousine damit gedroht habe, ihre seit einem Jahr andauernde heimliche Liebesbeziehung öffentlich zu machen. „Ihm ist eine Sicherung durchgebrannt“, sagte Verteidiger Hans Reinhardt.

Die 20-Jährige streitet eine Affäre mit ihrem Cousin dagegen ab. Sie vermutet vielmehr, der 24-Jährige habe sie bestrafen wollen, weil er annahm, sie habe ihm 15 Gramm Marihuana weggenommen. Die Tat hatte sich in Dortmund auf einem Kinderspielplatz ereignet.

Bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus zählten die Ärzte 13 Platzwunden am Kopf der jungen Frau. Die Schädeldecke war an sechs Stellen gebrochen, das Jochbein, die Mittelgesichtsknochen und die Augenhöhle auch. Eine Notoperation rettete der 20-Jährigen schließlich das Leben.

„Es ist ein Wunder, dass sie nicht gestorben ist“, sagte ihr Rechtsanwalt Rolf Quittmann am Rande des Prozesses. Bis heute leide seine Mandantin unter heftigen Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Aus diesem Grund habe sie auch die Schule für mehrere Monate unterbrechen müssen. Nach den Sommerferien wolle sie das letzte Schuljahr wiederholen.

(sef/dpa)
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