Doel und Tihange: Fehlerhafte Bauteile in Kernkraftwerken

Belgische Atomkraftwerke : Fehlerhafter Stahl in Doel und Tihange verbaut?

Und wieder sorgen die beiden belgischen Atomkraftwerke für Schlagzeilen: Möglicherweise wurden für die Anlagen fehlerhafte Bauteile der französischen Firma "Le Creusot" benutzt.

Ob und in welchem Umfang ist bisher noch nicht klar, erklärte Nele Scheerlinck, Sprecherin der belgischen Atomaufsichtbehörde FANC, gegenüber unserer Redaktion. Sie bestätigte belgische Medienberichte vom Wochenende. Das französische Unternehmen "Areva", zu dem auch die Herstellerfirma "Le Creusot" gehört, hatte die belgische Atomaufsichtsbehöre am vergangenen Donnerstag über mögliche, fehlerhaften Werkstoffe informiert. Näheres wisse man aber bislang nicht, die Untersuchungen laufen, heißt es bei der FANC. Man habe den Akw-Betreiber Electrabel gebeten, die Bauteile zu überprüfen.

Offenbar sollen unter den schadhaften Teilen auch Stahlelemente sein. Ob dieser Stahl aber auch in den Reaktordruckbehältern, in deren Innern die Kernschmelze abläuft, verbaut ist, ist noch unklar.

"Areva" hatte eingeräumt, dass man zwischen 1965 und 2010 Kraftwerksbetreiber über mögliche qualitative Mängel getäuscht habe. In den entsprechenden Fertigungsdokumenten gebe es "Anomalien", bestätigte ein Sprecher unserer Redaktion.

Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Sicherheit der Akws beeinträchtigt sei, betonte Scheerlinck. Bei den bisher untersuchten 65 Stücken seien keine sicherheitsrelevanten Fehler gefunden worden. Im Übrigen fertigt die Stahlschmiede "Le Creusot" auch für andere europäische Länder, darunter auch Deutschland.

Die belgischen Atomkraftwerke beschäftigen auch die deutschen Behörden zunehmend. Mittlerweile beteiligen sich viele Kommunen aus NRW, darunter nun auch Grevenbroich, an der Klage der Städteregion Aachen gegen den Betrieb des Akw Tihange. In den vergangenen Monaten hatte es häufiger Störfälle in Tihange und Doel gegeben.

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(heif)
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