DLRG-Statistik zu Badetoten: In NRW ertranken 55 Menschen in 2017

Statistik zu Badetoten: 55 Menschen ertranken im Jahr 2017 in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 55 Menschen ertrunken, darunter drei Kinder. Experten kritisieren, dass Kinder schlechter schwimmen können, weil vielerorts Schwimmbäder schließen.

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 55 Menschen ertrunken und damit 21 weniger als 2016. Hauptursache für den Rückgang seien viele Regentage und kühle Temperaturen im Sommer gewesen, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstag in Berlin mit. Unter den Toten in NRW waren den Angaben zufolge drei Kinder unter elf Jahren. 27 ertranken in einem Fluss, elf in einem See oder Teich und zehn in einem Kanal. In einem Schwimmbad kamen drei Menschen ums Leben. Die anderen ertranken in einem Bach, einem Hafen oder einem Garten.

Bundesweit registrierten die Behörden insgesamt 404 Todesfälle durch Ertrinken, fast 25 Prozent weniger als 2016. Drei Viertel davon verloren in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ihr Leben. Besonders viele Ältere ertranken: Mehr als jeder dritte Tote war 55 Jahre und älter. Fünf Kinder im Grundschul- und neun im Vorschulalter kamen im Wasser ums Leben.

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DLRG-Präsident Achim Haag bemängelte eine zurückgehende Schwimmfertigkeit bei Kindern wegen der zurückgehenden Zahl der Bäder. "Diese Entwicklung ist alarmierend. Die Folgen bekommen wir alle zu spüren. 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht", erklärte Haag.

Eine besondere Risikogruppe stellen laut DLRG weiterhin die Flüchtlinge. 2017 seien bundesweit 23 Asylsuchende (Vorjahr: 64) ertrunken. Fast alle seien Nichtschwimmer gewesen.

(oko)