Die einsamsten Orte von NRW

Nicht nur in der Eifel: Die einsamsten Orte von NRW

Kein deutsches Flächenland hat eine so hohe Bevölkerungsdichte wie NRW. Trotzdem gibt es auch hier einigermaßen leere Landstriche. Wir verraten wo.

Wer in NRW allein sein möchte, hat es schwer. 525 Menschen leben dort im Schnitt pro Quadratkilometer, das übertreffen in Deutschland nur die Stadtstaaten. Selbst die Niederlande, Europas Flächenstaat mit der höchsten Bevölkerungsdichte, kommen nur auf 413. Doch immerhin sind 27 Prozent von NRW mit Wald bedeckt - es muss also Orte geben, an denen Einsiedler aufatmen können.

Die Großstadt mit der geringsten Bevölkerungsdichte

Übertreiben wir es nicht gleich mit dem Alleinsein. Die erträglichste Großstadt für Menschenhasser in NRW ist Hamm. Dort wohnen bloß 793 pro Quadratkilometer, ein Paradies gegen die 3049 in Herne. Das könnte aber auch daran liegen, dass Hamm sämtliche Felder der Umgebung eingemeindet hat, 53,6 Prozent der Fläche nutzt die Landwirtschaft. Das ist erstaunlich für eine Stadt, die noch gerade so zum Ruhrgebiet gehört. Doch sogar Dortmund und Essen haben einen höheren Waldanteil.

Die Kommune mit der geringsten Bevölkerungsdichte

Dann vielleicht doch lieber Dahlem. Die Gemeinde in der Eifel hat nicht nur die wenigsten Einwohner in NRW (4230), sondern auch die geringste Bevölkerungsdichte aller Kommunen, 44 Einwohner pro Quadratkilometer. Die nächste Autobahn ist 15 Kilometer entfernt, immerhin hat der Ort einen Bahnhof. Doch der bringt: Menschen.

Der größte See

Wer seine Ruhe haben will, kann es ja mal mit Rudern versuchen. Der Möhnesee am Rande des Sauerlandes ist mit 10,67 Quadratkilometern der größte in NRW. Das ermöglicht großen Abstand zu anderen Booten. Allerdings ist er auch ein beliebtes Wassersportgebiet. Also besser nachts paddeln.

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Der Landkreis mit der geringsten Bevölkerungsdichte

Raus aus den Städten, runter von den Seen, wir fahren aufs Land. Wer schon im Kreis Paderborn die Einsamkeit nicht erträgt, sollte lieber nicht weiterfahren, bis er in den Kreis Höxter kommt. Kein anderer hält so viele Tote-Hose-Rekorde: Kein Kreis in NRW hat einen größeren Anteil an Vegetation (88,2 Prozent), keiner einen geringeren Anteil an Verkehrsfläche (4,8 Prozent), keiner verliert schneller an Bevölkerung und keiner hat eine geringere Bevölkerungsdichte (118 Einwohner pro Quadratkilometer). Doch sehr idyllisch ist es dort nicht. Fast 60 Prozent der Fläche beansprucht die Landwirtschaft.

Der Landkreis mit dem höchsten Waldanteil

Das Ideal des Einsiedlers ist eine Hütte im Wald. Sehr viel Wald gibt es im Kreis Siegen-Wittgenstein im Rothaargebirge, so viel wie in keinem anderen Kreis. 61,8 Prozent der Fläche sind von Wald bedeckt, das ist sogar deutschlandweit der Spitzenwert. Zum Vergleich: Das NRW-Schlusslicht, der Rhein-Kreis Neuss, bringt es auf sieben Prozent. Wem das allerdings noch nicht reicht, der braucht nur ein paar Kilometer weiter nach Kirchhundem im Kreis Olpe zu fahren. Keine Kommune bringt es auf einen höheren Waldanteil: 73 Prozent.

Die größte Wildnis

Immer noch nicht zufrieden? Stimmt, Wald ist nicht gleich Wald. Denn genaugenommen ist der Großteil durch den Menschen geformt und da ist man gleich viel weniger allein. Doch auch in NRW gibt es noch beziehungsweise wieder Wildnis. Die größte liegt im Nationalpark Eifel, der trotz des Namens nur einen kleinen Teil der Eifel umfasst. Auf den 110 Quadratkilometern soll die Natur immer mehr sich selbst überlassen werden. Der so genannte Wildnis-Trail schlängelt sich auf 85,3 Kilometer Länge einmal hindurch. Dort sollte man irgendwann wirklich seine Ruhe finden.

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