Deutsche bleiben ihrem Bier treu - regionale Marken gefragt

Markt hat sich stabilisiert : Deutsche trinken 79 Millionen Hektoliter Bier im Jahr

In Deutschland wurde 2016 etwas weniger Bier getrunken als im Vorjahr. Dank eines gestiegenen Exports bleibt der Absatz bundesweit aber stabil. Beliebt bleiben regionale Marken und Hausbrauereien.

Die Deutschen sind ihrem liebsten alkoholischen Getränk auch im vergangenen Jahr treu geblieben. Laut Statistischem Bundesamt tranken sie 2016 insgesamt rund 79 Millionen Hektoliter Bier und damit leicht weniger als noch im Jahr zuvor. Neben Bayern ist Nordrhein-Westfalen mit Abstand das größte Brauland. Etwas mehr als 23 Prozent der insgesamt produzierten 95,8 Millionen Hektoliter wurden in NRW abgesetzt.

Beliebteste Sorte in NRW ist mit großem Abstand Pils, gefolgt von Kölsch. Ein kleinerer Anteil entfällt auf das obergärige Altbier. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, sprach von einer positiven Entwicklung. "Nach einem jahrelangen Absatzrückgang zeigt sich der deutsche Biermarkt im dritten Jahr in Folge erfreulich stabil", sagte er der Nachrichtenagentur KNA. 2016 hätten der überdurchschnittlich warme Sommer, die Fußball-Europameisterschaft und das 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes den Bierabsatz belebt.

Besonders regionale Biersorten befinden sich wieder auf dem Vormarsch. Auch der Absatz des in Düsseldorf und am Niederrhein beliebten Altbiers habe sich laut Rheinisch-Westfälischem Brauereiverband stabilisiert. "Regionalität ist wieder gefragt", sagt Jürgen Witt, Geschäftsführer des Brauereiverbandes. "Der Verbraucher wünscht sich Individualität, daher sind Hausbrauereien gefragt".

Tatsächlich investieren die Brauereien zunehmend in ihre Infrastruktur. So erweiterte etwa die Düsseldorfer Brauerei Füchschen im vergangenen Jahr ihre Kapazität, um zu Spitzenzeiten - beispielsweise während der Rheinkirmes - der Nachfrage auch gerecht zu werden. Auch bei jüngeren Konsumenten scheint das dunkle Bier eine Renaissance zu erleben. Als Anlaufpunkt hat sich in den vergangenen Jahren neben den älteren Brauereien wie Uerige, Schlüssel, Schuhmacher und Füchschen etwa die Hausbrauerei Kürzer etabliert.

Weniger beliebt waren laut Statistischem Bundesamt 2016 hingegen Biermischungen mit Limonade oder Fruchtsäften. Sie machten mit 3,9 Millionen Hektolitern 4,1 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus, ein Minus um 2,1 Prozent. Ein kräftiges Plus verzeichneten die Brauereien hingegen erneut bei den alkoholfreien Bieren. Inzwischen gäbe es bundesweit mehr als 400 alkoholfreie Marken - 50 mehr als noch im Vorjahr.

Altbier gibt es inzwischen nicht nur in Düsseldorf und Umgebung, sondern weltweit. Foto: Ferl

Während der Bierabsatz in die EU stagnierte und in Deutschland um 0,7 Prozent zurück ging, verzeichneten die Brauereien ein deutliches Absatzplus in Drittländer. Dort konnten sie um 9,5 Prozent zulegen. Insgesamt aber habe sich der Absatz stabilisiert, nachdem er in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen sei. Noch im Jahr 1996 wurden rund 113 Millionen Hektoliter Bier produziert. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes jedoch relativ stabil geblieben. Seit 2005 ist der Wert nur leicht von 115 Litern auf 105 Liter im Jahr 2015 gesunken.

Das meiste Bier werde in Nordrhein-Westfalen übrigens im März, August und November abgesetzt, meldet das Bundesamt. Dafür seien große Volksfeste, Feiertage und Sportevents verantwortlich, bei denen besonders viel Bier getrunken wird.

(maxk)