Der Junge muss an die frische Luft: An diesen Orten in NRW wurde der Film gedreht

„Der Junge muss an die frische Luft“ : An diesen Orten in NRW wurde der Hape-Kerkeling-Film gedreht

Rund zwei Millionen Menschen sahen bislang im Kino den Hape-Kerkeling-Film „Der Junge muss an die frische Luft“. Gedreht wurde er an 17 Orten in NRW – nur nicht an Originalschauplätzen.

Dass Filmemacher es mit ihren Schauplätzen meistens nicht ganz so genau nehmen, ist bekannt. „Der Junge muss an die frische Luft“, das Werk über die Jugend von Komiker Hape Kerkeling, macht dabei keine Ausnahme. Gedreht wurde zum Beispiel in der Straße Ahlmannshof in Gelsenkirchen, aufgewachsen ist Kerkeling aber in Recklinghausen. „Im Film geht es nicht um Wirklichkeit, sondern um Wahrheit“, erklärt Produzent Hermann Florin. Ein Set wie der Ahlmannshof lässt den Zuschauer eintauchen in die 70er Jahre, schafft die perfekte Illusion, beschwört den Geist einer vergangenen Zeit. Und hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, dass „Der Junge...“ mit bislang rund zwei Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten deutschen Filme seit langem ist.

Insgesamt gab es 17 Drehorte in NRW, Originalschauplätze waren aber laut Florin nicht dabei. „Wir hätten einige Szenen gerne nach Recklinghausen verlagert, dort sieht es aber leider nicht mehr aus wie früher“, sagt Florin. Stattdessen mussten Schauplätze in Duisburg, Oberhausen, Mülheim, Gelsenkirchen, Bottrop und in Mönchengladbach-Gerkerath im Rheindahlener Land herhalten, um Kerkelings Jugendjahre zu illustrieren. Und selbstverständlich halfen Requisiteure, Szenenbildner und Ausstatter nach, um den Orten den passenden Schliff zu verpassen. Florin: „Den Ahlmannshof zum Beispiel haben wir aufgehübscht, da ist in den vergangenen 30 Jahren leider nicht viel passiert.“ Zusätzlich wurden ein paar zeitgemäße Autos am Straßenrand geparkt und ein Kiosk auf Alt getrimmt – schon wirkte die Szenerie glaubwürdig.

Der Wunsch nach Authentizität war es unter anderem, der die Produktion dazu veranlasste, viele Szenen vor Ort im Ruhrgebiet zu drehen. „Der Film hätte sonst verloren“, sagt Florin, „nur im Ruhrpott findet man diese einzigartige Kombination aus Natur und Industrie, die sich auch atmosphärisch niederschlägt.“ So diente ein Feld in der Welheimer Mark in Bottrop für mehrere Szenen, weil im Hintergrund eine Kokerei zu sehen ist, sich also ländliches und industrielles Leben zusammenführen ließ. Auf das Feld wurde eigens für die Produktion eine Pferdekoppel gebaut, in einer Einstellung fährt Opa Willi, gespielt von Joachim Król, gemeinsam mit Hape (Julius Weckauf) herum. Ein zur Zeit des Drehs zum Verkauf stehendes Haus in Mönchengladbach-Gerkerath wurde als das Heim von Hapes Tante Gertrud ausgewählt, im Garten entstanden ebenfalls mehrere Szenen.

Einen leerstehenden Laden in Duisburg-Untermeiderich in der Mühlenstraße verwandelten die Ausstatter in den Tante-Emma-Laden von Oma Änne (Hedi Kriegeskotte). Auch ein Friedhof samt Kirche an der Fiskusstraße in Duisburg musste für mehrere Einstellungen herhalten. Neben inhaltlichen Gründen war noch ein anderer Aspekt ausschlaggebend dafür, dass die Schauplatz-Wahl aufs Ruhrgebiet fiel – die Film- und Medienstiftung NRW förderte den Film mit rund einer Million Euro. Auch das Medienboard Berlin-Brandenburg und der FilmFernsehFonds Bayern gaben Geld, gedreht wurde entsprechend in Berlin und Bayern.

„Der Stoff atmet aber die Luft des Ruhrgebiets“, sagt Florin. „Diese Orte lassen sich nicht einfach irgendwo anders nachempfinden.“ Für Florin ist es der bislang größte Erfolg seiner Produzentenkarriere. Alle Beteiligten hätten eine ganz besondere Arbeit abgeliefert, der Film sei in jeder Hinsicht substanziell. Und eine tolle Werbung für das Ruhrgebiet noch dazu.

Hier geht es zur Bilderstrecke: An diesen Orten in NRW wurde der Hape-Kerkeling-Film gedreht

Mehr von RP ONLINE