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Regen und Sturm in NRW: Der Herbst sorgt für Verkehrschaos

Regen und Sturm in NRW : Der Herbst sorgt für Verkehrschaos

Binnen weniger Stunden fielen am Donnerstag bis zu 46 Liter Regen pro Quadratmeter. Vielerorts hatten Autofahrer mit Aquaplaning und rutschigen Straßen zu kämpfen. In Dormagen, Straelen und Düsseldorf gab es Verletzte nach Unfällen. Der ADAC rät zur Vorsicht.

Gerade im Oktober kommt es zu mehr Unfällen als im übrigen Jahr. Das belegen Zahlen des Statistischen Landesamtes IT.NRW aus den vergangenen Jahren. Im Oktober 2011 gab es demnach knapp 6000 Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Im Schnitt sind es monatlich rund 5000 Unfälle dieser Art. "Die Autofahrer unterschätzen die Gefahr", sagt Jaqueline Grünewald vom ADAC.

Zum Herbstbeginn hätten die meisten ihre Fahrweise noch nicht an die veränderten Wetterbedingungen angepasst. "Es wird später hell und früher dunkel. Dazu kommen Regen, Wind und Nebel", sagt die ADAC-Sprecherin. Sie rät, langsamer zu fahren und mehr Abstand zu halten, vor allem bei Starkregen.

Unfälle sorgten für Stau

Schwer verletzt wurde der Fahrer eines Golf Cabrios nach einem Unfall bei strömendem Regen ins Krankenhaus eingeliefert. Er war am Mittwoch auf der Bundesstraße zwischen Straelen und Nettetal unterwegs, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, von der Fahrbahn abkam und frontal gegen einen Baum prallte. Etwas glimpflicher ging ein Unfall Donnerstag Morgen an der Bundesstraße zwischen Rommerskirchen und Dormagen aus.

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Ebenfalls bei starkem Regen übersah ein 18-Jähriger an einer Kreuzung eine 26-jährige Dormagenerin, die mit ihrem Ford Fiesta auf die Kreuzung fuhr. Die junge Frau wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Ein Mercedesfahrer kam auf der Autobahn 52 an der Anschlussstelle Büderich ins Schleudern, prallte in die Schutzplanke und verletzte sich leicht. Das sorgte im Berufsverkehr für einen kilometerlangen Stau.

Starker Regen in Düsseldorf

Bis zu 46 Liter pro Quadratmeter fielen gestern binnen weniger Stunden. Besonders betroffen waren der Raum Düsseldorf, das Ruhrgebiet und das Sauerland. In Düsseldorf wurden innerhalb von 24 Stunden 21 Liter Regen, in Mönchengladbach 25 Liter und in Oberhausen 29 Liter Niederschlag gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete.

Das bei solchen Wassermengen häufig auftretende Aquaplaning sei bei 80 Stundenkilometern noch relativ gut zu beherrschen, darüber hinaus jedoch nur noch schwer, sagt Grünewald: "Im Notfall: vom Gas gehen, Lenkrad festhalten und gerade aus weiterfahren", rät sie. "Besser nicht gegenlenken, da sonst der Wagen ausbrechen kann, sobald er wieder Halt auf der Straße bekommt."

Zusätzlich könnten abgefallene Blätter bei nassem Wetter wie Glatteis wirken. Dort, wo die letzten Erntefahrzeuge Erde vom Feld auf die Fahrbahn bringen, droht sogenanntes "Bauernglatt-eis". "Bei Regen wird dieser Schlamm sehr schlüpfrig", sagt Grünewald. Neben Regen ist auch Wind eine Gefahrenquelle. Vor allem auf Brücken, in Waldschneisen oder beim Überholen von Lkw können Autos von Seitenwinden und Böen getroffen werden. Besonders anfällig sind Wohnmobile, Wohnwagengespanne sowie Busse und Lkw. Diese können im schlimmsten Fall sogar umkippen.

Ein weiteres Problem sind die Wildwechsel. "Die Schilder stehen nicht umsonst an der Straße", so Grünewald. Jetzt, in der Brunftzeit, komme es zudem häufig vor, dass nicht nur ein Tier die Straße überquert, sondern etwa einem Reh auch mal ein Rehbock folgt — vor allem morgens und abends in der Dämmerung.

Es bleibt extrem nass

Für die kommenden Tage gibt Helmut Malewski vom DWD keine Entwarnung in punkto Regen: Tief Marianne bleibt. "Es gibt weiterhin ordentlich kräftigen Dauerregen im Rheinland", sagt der Meteorologe. Heute könnten 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter fallen, auch am Samstag bleibt es nass, mit etwa fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter. Dazu fallen die Temperaturen auf zwölf bis 14 Grad. "Es wird herbstlich. Ohne Heizung geht nichts mehr", sagt Malewski.

Erst im Laufe des Sonntags und am Montagvormittag gebe es eine leichte Besserung und etwas Sonne. Auch der Start in die Herbstferien wird regnerisch und windig: Bereits ab Montagnachmittag ziehen die nächsten Regenwolken heran.

Hier geht es zur Infostrecke: 5 Tipps zum Autofahren bei Wind, Sturm und Unwetter

(RP/top/jco)