"Das Leben des Brian" wird an Karfreitag "legal" in Bochum gezeigt

Bermudadreieck in Bochum: "Das Leben des Brian" wird an Karfreitag gezeigt

Seit Jahren kämpft eine Initiative aus Bochum dafür, den Film der britischen Komikertruppe Monty Python an Karfreitag zeigen zu dürfen. Nun hat die Bezirksregierung Arnsberg eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Der Karfreitag gilt als stiller Feiertag. Für evangelische Christen ist der Freitag vor Ostern der wichtigste Feiertag im Kirchenjahr. Der Gesetzgeber achtet streng auf die Einhaltung der Karfreitagsruhe. Märkte und gewerbliche Ausstellungen sind verboten. In Gaststätten sind musikalische Darbietungen ebenso untersagt wie zum Beispiel Auftritte von Comedians. Filme dürfen nur vorgeführt werden, wenn sie vom Kultusministerium oder der von ihr bestimmten Stelle als geeignet anerkannt sind.

Gegen diese Bestimmung hat die Initiative "Religionsfrei im Revier" aus Bochum in den vergangenen Jahren mehrmals verstoßen. In der Location "Riff" im Bermudadreieck wurde die religionskritische Komödie "Das Leben des Brian" gezeigt. Mit der Vorführung wollte man "gegen die klerikale Bevormundung durch die Bestimmungen des Feiertagsgesetzes demonstrieren". Das teilte die Initiative auf ihrer Website mit.

Die Initiative hatte nach den vergangenen Filmaufführungen von der Stadt Bochum ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro auferlegt bekommen. Dagegen ging man gerichtlich vor — schließlich landete der Fall in Karlsruhe.

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Das Bundesverfassungsgericht sprach daraufhin zwar kein Urteil, erteilte aber laut eines Sprechers der Bezirksregierung Arnsberg "rechtliche Hinweise" zu dem Fall. Demnach könne bei einem Antrag und einem darin begründeten "dringenden Bedürfnis" eine Ausnahmeregelung gefunden werden. Gesetzt den Fall, dass keine übermäßige Störung der Feiertagsruhe vorliegt.

"Nach diesen rechtlichen Hinweisen haben wir in dem konkreten Fall entschieden, eine Ausnahmeregelung zu erteilen", erklärte der Sprecher der Bezirksregierung weiter. Das "dringende Bedürfnis" wurde von einem Mitglied der Initiative mit dem Schutz der Grundrechte begründet. Der Sprecher betonte jedoch, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt.

Laut eines Schreibens, das unserer Redaktion vorliegt, erhebt die Bezirksregierung für die Entscheidung eine Gebühr in Höhe von 60 Euro. Die Aufführung von "Das Leben des Brian" soll jetzt am Karfreitag um 20.45 Uhr in der Bermudahalle stattfinden.

(skr)