Weihnachtsbriefe in Engelskirchen Das Christkind arbeitet wieder

Engelskirchen · Tausende Briefe landen jedes Jahr in der Schreibstube des Christkindes in Engelskirchen und müssen beantwortet werden. Die Wünsche der Kinder aus aller Welt könnten unterschiedlicher nicht sein.

Ein Wunschzettel mit dem Text „Liebes Christkind, bitte kannst Du machen das der Krieg aufhört und alle Menschen genug zum essen haben?" hängt in der Christkindpostfiliale der Deutschen Post.

Ein Wunschzettel mit dem Text „Liebes Christkind, bitte kannst Du machen das der Krieg aufhört und alle Menschen genug zum essen haben?" hängt in der Christkindpostfiliale der Deutschen Post.

Foto: dpa/Oliver Berg

Erst seit zwei Tagen hat das Christkind seine Arbeit im Engelskirchener Weihnachtspostamt wieder aufgenommen, aber schon über 9.000 Briefe gibt es zu beantworten. Die hätten sich schon seit September angesammelt, erklärt Britta Töllner von der Deutschen Post, die als Sprecherin für das Christkind-Büro in Engelskirchen eingesetzt ist. Sollte es in dieser Vorweihnachtszeit aber so viele Briefe geben wie in den vergangenen Jahren, wird das Christkind samt Helferlein noch viel zu tun haben. „Letztes Jahr wurden 135.000 Briefe an das Weihnachtspostamt geschickt“, sagt Töllner.

Unter den Tausenden Briefen befinden sich seit einigen Jahren auch immer wieder Briefe aus Japan, Malaysien oder Brasilien, aus Estland oder den Niederlanden. Die Adresse vom Christkind ist weltweit bekannt. Insgesamt haben schon Nachrichten aus 50 verschiedenen Ländern dieser Welt den Weg ins Weihnachtspostamt nach Engelskirchen gefunden. Und auch die Wünsche der Kinder haben keine Grenzen: „Es ist wunderschön zu sehen, wie erwartungsfroh die Kinder sind“, so Töllner. Die Briefe der Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren könnten unterschiedlicher nicht sein. Kreative Wünsche der Kinder wie ein Flugzeug aus Pappkarton, damit sie das Christkind besuchen können, eine Hausaufgabenmachmaschine für die lästigen Schulaufgaben oder auch ernstere Wünsche landen beim Christkind im Briefkasten. „Kannst du machen, dass die Erde wieder gesund wird?“, wird oft gefragt, aktuell aber auch: „Ich wünsche mir, dass der Krieg aufhört“.

Zum ersten Mal sind im Jahr 1985 Briefe bei der Deutschen Post aufgetaucht, die „An das Christkind bei den Engeln“ adressiert waren. Um die kleinen Absender nicht zu enttäuschen, nahm sich eine Postmitarbeiterin im oberbergischem Engelskirchen den Wunschzetteln und Briefen an das Christkind an, öffnete und beantwortete sie. Bis heute bleibt das Christkind dem selbst geschriebenen Brief treu. E-Mails beantwortet es nicht. „Es ist ja auch etwas Besonderes, wenn die Kinder den haptischen Brief mit Sonderstempel zugeschickt bekommen“, sagt Britta Töllner. Selbst den Postboten bereite es große Freude, den Kindern diese speziellen Briefe zu überreichen. Außerdem solle das Projekt die Leseförderung unterstützen, ergänzt die Sprecherin.

Eine einzige Neuerung gibt es aber doch. Seit diesem Jahr ist jeder Brief mit einem QR-Code versehen. Der soll die Nachricht des Christkindes und seinen Engeln in verschiedenen Sprachen übersetzen, darunter Englisch, Französisch und Ukrainisch.

Kinder, die dem Christkind einen Brief schreiben und noch vor Weihnachten eine Antwort möchten, können ihre Briefe noch bis drei Tage vor Weihnachten einsenden. Die Adresse vom Christkind: An das Christkind, 51777 Engelskirchen.

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