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Coronavirus in Sankt Augustin: 129 bestätigte Invektionen unter Bewohnern und Personal

Flüchtlingsheim in Sankt Augustin : 129 bestätigte Corona-Infektionen unter Bewohnern und Personal

Die Zahl der Corona-Fälle in einer Flüchtlingsunterkunft in Sankt Augustin ist auf knapp 130 gestiegen. Ordnungsamt und Polizei setzen am Montag die räumliche Trennung der Flüchtlinge in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) fort.

Ordnungsdienst und Polizei sind seit Montagmorgen erneut in der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes (ZUE) in Sankt Augustin im Einsatz. Dort hatten sich seit der vergangenen Woche zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Am Sonntag begann das, was Experten Kohortierung oder Gruppenisolierung nennen: Infizierte Bewohner werden in einem Trakt der ZUE isoliert.

Die zuständige Bezirksregierung Köln gab am Morgen den aktuellen Stand der Tests bekannt. Demnach gibt es in der Einrichtung bislang 129 Corona-Fälle, davon 120 bei Bewohnern, drei beim Sicherheitsdienst und sechs beim Personal des Betreuungsverbands, zu dem auch Reinigungsdienst und Catering gehören. Noch sind nicht alle Abstriche ausgewertet. Insgesamt 396 Personen wurden getestet, 80 Ergebnisse liegen noch nicht vor.

In der ZUE sind 489 Bewohner gemeldet. 312 Personen wurden bislang getestet. Nach GA-Informationen hielten sich etliche Bewohner nicht in der Einrichtung auf, als die Tests durchgeführt wurden. „Da sie sich frei bewegen können, sind viele auch nicht immer anwesend. Das ist in jeder Landesunterkunft der Fall und unabhängig von Corona“, sagte Vanessa Nolte, Sprecherin der Bezirksregierung, auf Nachfrage.

Während bei den getesteten Bewohnern fast die Hälfte der ausgewerteten Proben positiv war (120 positiv, 130 negativ), sieht das beim Personal anders aus. Die vorläufigen Ergebnisse für den Sicherheitsdienst: 33 getestete Personen, davon bislang drei positiv. Und für die Betreuer: 47 getestete Personen, davon sechs positiv.

Nach Auskunft von Ali Dogan, Chef des Krisenstabs der Stadt Sankt Augustin, geht der Einsatz des Ordnungsdienstes, der die Umzüge innerhalb der Einrichtung anweist, zurzeit langsamer voran. „Die Verlegung der Bewohner ist nicht ganz unproblematisch. Einige müssen überzeugt werden“, bestätigte Sprecherin Nolte. Es sei extra professionelle Hilfe von zwei Psychologen hinzugezogen worden.Am vergangenen Donnerstag war der erste Corona-Fall in der Landeseinrichtung bekannt geworden.

Das Kreisgesundheitsamt hatte daraufhin einen Massentest unter Bewohnern und Personal durchgeführt. Die gesamte ZUE steht seit der vergangenen Woche unter Quarantäne. Am Sonntag wurden 60 Flüchtlinge mit negativem Testergebnis auf die Jugendherberge auf dem Bonner Venusberg und in die ZUE Schleiden verteilt. Sie bleiben auch dort in Quarantäne.

Dieser Artikel erschien zuerst beim General-Anzeiger.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft in Sankt Augustin