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Coronavirus in NRW: Menschen duschen deutlich später

Hoher Wasserverbrauch in der Region : In Corona-Zeiten duschen Menschen in NRW deutlich später

Seit Beginn der Corona-Krise lassen es die Menschen in NRW offenbar entspannter angehen. Der Wasserverbrauch in vielen Städten zeigt: Es wurde erst deutlich später geduscht. Auch das Klima macht sich bereits jetzt bemerkbar.

Mit dem Lockdown in Nordrhein-Westfalen Mitte März sind zahlreiche Menschen statt ins Büro zu fahren, im Home-Office geblieben oder konnten zum Teil gar nicht mehr arbeiten. Große Pendlerströme blieben aus, die Autobahnen waren zu Hauptverkehrszeiten größtenteils leer. Eine Entwicklung, die sich auch anhand des Wasserverbrauchs in NRW seit der Corona-Pandemie erkennen lässt.

Wir haben bei mehreren großen Wasserversorgern angefragt und in allen Städten zeigte sich das gleiche Ergebnis: „Seit Corona entspricht die Tagesverbrauchslinie unter der Woche der von Samstagen“, sagt Yvonne Hofer von den Stadtwerken Düsseldorf. Die Menschen stehen laut der Sprecherin später auf, beziehungsweise nutzen die sanitären und küchentechnischen Einrichtungen erst später.

In ländlichen Regionen, in denen zahlreiche Berufspendler eigentlich früh aufstehen müssten, zeigt sich diese Entwicklung noch deutlicher. „In der Anfangszeit der Corona-Pandemie hat sich besonders in den ländlichen Gebieten der Zeitpunkt des Hauptwasserverbrauchs am Morgen nach hinten verschoben. Von 6 bis 8 Uhr auf 8 bis 10 Uhr“, sagt Lucas Bayer von der NEW in Mönchengladbach. Auch die Stadtwerke Neuss haben in der Hochphase der Corona-Krise festgestellt, dass sich die morgendlichen Verbrauchsspitzen von zuvor 7 Uhr auf etwa 9 Uhr verschoben haben. Ab dem 16. März 2020 habe sich der werktägliche Lastgang der Netzeinspeisung dem der Wochenenden angeglichen.

Erkennbar wird auch, dass der Wasserverbrauch nicht nur später erfolgt, sondern auch mehr Wasser benötigt wird. „Insgesamt ist der Wasserverbrauch im Mai in Mönchengladbach und Viersen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen“, sagt der Gladbacher NEW-Sprecher. Pro Tag seien es rund 60.000 Kubikmeter gewesen, was einen Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zu 2019 bedeute. „Dieser Wert erklärt sich neben der vermehrten Heimarbeit auch durch die Trockenheit des Monats und dem damit verbundenen Wässern des Gartens“, erklärt Bayer.

Diesen Effekt beobachten auch die Stadtwerke Kleve. „Den größten Einfluss auf den Wasserverbrauch hat natürlich die Witterung. Durch die derzeitige Trockenheit ist generell ein höherer Verbrauch feststellbar“, sagte ein Sprecher. In Bezug auf den Haushalts-Verbrauch sei aber auch in Kleve erkennbar, dass die morgendliche Spitze etwas geringer ausfällt. Der Verbrauch verteilt sich aktuell gleichmäßiger über den Tag.

Die mittlerweile geltenden Lockerungen lassen sich jedoch genauso am Wasseverbrauch ablesen, wie der Lockdown. „Im Augenblick sehen wir schon wieder eine Veränderung zurück zu den Zeiten vor Corona“, heißt es bei den Düsseldorfer Stadtwerken.