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Corona-Virus: NRW wartet auf eine Million Schutzmasken

Noch nicht eingetroffen : NRW wartet auf eine Million Schutzmasken

Die vom NRW-Gesundheitsministerium in einer Stückzahl von einer Million bestellten Schutzmasken sind immer noch nicht eingetroffen. Hilfe kommt von der Bundeswehr.

„Aufgrund der bereits bekannten weltweiten Exportbeschränkungen ist noch nicht absehbar, wann die Masken verfügbar sein werden“, sagte eine Ministeriumssprecherin unserer Redaktion. Sie betonte aber, dass das Ministerium alle Anstrengungen unternehme, um kurzfristig Schutzkleidung zur Deckung des Bedarfs zu beschaffen. „Weitere 20.000 Masken sollen laut Aussage des Lieferanten zeitnah geliefert werden“, so die Sprecherin. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am 4. März angekündigt, die genannte Menge an Schutzmasken für Ärzte und Krankenhäuser in NRW zu beschaffen. Er hatte zuvor kritisiert, dass Kliniken und Arztpraxen viel zu wenige Schutzmasken und -anzüge vorgehalten hätten.

Hilfe kommt nach Informationen unserer Redaktion von der Bundeswehr. „ Die Bundeswehr unterstützt aktuell die zivilen Gesundheitsbehörden im Kampf gegen das Coronavirus im Rahmen von Amtshilfe“, bestätigte ein Sprecher. „Im Wesentlichen geht es zur Zeit um Bereitstellung von Laborkapazitäten, medizinischer Schutzausrüstung wie Masken und Kittel sowie Unterstützung mit medizinischem Fachpersonal“, sagte der Sprecher weiter.

Jedes Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr wird demnach von den zuständigen zivilen Behörden über die jeweiligen Landeskommandos an das Kommando territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin weitergeleitet. „Über jeden Amtshilfeantrag wird im Einzelfall beraten und entschieden“, erklärte der Sprecher. Der von der Ausbreitung des Coronavirus besonders betroffene Kreis Heinsberg hat die Bundeswehr um Notfallhilfe gebeten.

Selbst die Bundespolizei verfügt offensichtlich nicht über eine ausreichende Anzahl von Schutzmasken. Ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kleve sagte, dass die Beamten derzeit ohne Schutzmasken Kontrollen bei potenziell Erkrankten an den Grenzen durchführen müssten. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Ernst Walter, kritisierte: „Wenn wir die Grenzen schon kontrollieren sollen, dann muss auch dafür Sorge getragen werden, dass alle zu diesem Zweck eingesetzten Bundespolizisten über entsprechende Schutzausstattung verfügen.“

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(csh)