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Corona-Pandemie: Schülerin muss trotz vorerkranktem Vater zur Schule

Entscheidung in Düsseldorf : Schülerin muss in Corona-Pandemie trotz vorerkranktem Vater zur Schule

Eine Schülerin muss auch dann während der Corona-Pandemie am Präsenzunterricht teilnehmen, wenn ihr Vater an Vorerkrankungen leidet.

Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Dienstag entschieden und mitgeteilt. Einen Eilantrag der Schülerin auf Befreiung vom Präsenzunterricht lehnten die Richter ab (Az.: 18 L 2278/20).

Die Antragstellerin habe nicht ausreichend belegt, dass das Gesundheitsrisiko für ihren Vater im Fall einer Covid-19-Infektion so groß sei, dass ihr Distanzunterricht erteilt werden müsse. Die vorgelegten ärztlichen Bescheinigungen seien insoweit nicht aussagekräftig genug.

Der Präsenzunterricht habe mit Blick auf den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag Vorrang vor sogenanntem Distanzunterricht. Durch die vom Gesetzgeber im Schulbereich vorgesehenen Hygiene-Maßnahmen ließen sich Infektionsrisiken auch für Angehörige von Schülern verringern.

Zum Schutz vorerkrankter Angehöriger seien zudem zuerst Vorsorgemaßnahmen im betreffenden Haushalt vorzunehmen. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens in Münster eingelegt werden.

In der Corona-Pandemie befanden sich bislang rund 64.000 Schülerinnen und Schüler in NRW in Quarantäne, bei knapp 5000 wurde eine Corona-Infektion bestätigt. Der Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler, die am Präsenzunterricht teilnahmen, erhöhte sich damit in der vergangenen Woche leicht von 95,4 auf 95,9 Prozent. Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, die an ihren Schulen vor Ort unterrichteten, lag mit gut 151.000 ebenfalls leicht über dem Niveau der Vorwoche. In der vergangenen Woche habe an 3692 Schulen regulärer Präsenzunterricht stattgefunden, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Der Anteil der Schulen mit regulärem Unterrichtsbetrieb stieg damit gegenüber der Vorwoche von 79,9 auf 81,3 Prozent. 13 Schulen waren geschlossen. In 838 Schulen befanden sich in Folge von Maßnahmen der örtlichen Gesundheitsbehörden Schüler oder Lerngruppen in Quarantäne.

(mba/dpa)