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Corona: Nur einen Haushalt treffen - wie wähle ich aus? 6 Tipps

Den einen oder keinen : Sechs Tipps für den passenden Corona-Kontakt-Haushalt

Beschlossen haben die Ministerpräsidenten nicht viel – aber sie appellieren an die Bevölkerung, private Kontakte einzuschränken. Sechs Tipps, um den einen Haushalt zu finden, mit dem man die nächsten Wochen verbringen will.

Sie sind sich nicht in vielem einig, die Länderchefs, die Bundeskanzlerin und die meisten Virologen und Pandemieforscher. Doch in einem schon: Die Zahlen sinken erst wieder auf ein erträgliches Maß, wenn wir alle unsere Kontakte möglichst stark einschränken.

„Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut“, Kostenpflichtiger Inhalt sagte Angela Merkel am Montagabend nach der Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten. Heißt natürlich im Umkehrschluss: Die wenigen Kontakte, die doch stattfinden, sind besonders wertvoll, weil rar. Man sollte sie sorgsam auswählen und anschließend hegen und pflegen.

Wörtlich heißt es im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz: Es komme darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Kontakte deutlich reduzieren, indem sie „private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken, das schließt auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein“.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Und, welches Glücksspiel nutzt ihr so, um festzulegen, welche Person eures Haushaltes aussuchen darf, wer der feste andere Haushalt wird?</p>&mdash; die Käthe (@stormwitch_ccaa) <a href="https://twitter.com/stormwitch_ccaa/status/1328632797091815425?ref_src=twsrc%5Etfw">November 17, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Ganz schön harter Stoff. Mutmaßlich sich mehrere Wochen nur noch mit einem weiteren Haushalt treffen, quatschen, spielen, streiten, Werkzeuge tauschen, Tratsch besprechen... und was man sonst so mit Freunden, Verwandten oder Bekannten tut?

Zeit, sich ernsthafte Gedanken zu machen. Die Kontakte für die nächsten Wochen sollten nicht leichtfertig gewählt werden. Hier ein paar Tipps, um den perfekten Haushalt zu finden.

  1. Grundausstattung: Einsame-Insel-kompatibel Mit wem würden Sie einen dreiwöchigen Urlaub im Nirgendwo antreten? Die Liste ist vermutlich kurz. Egal, wie idyllisch die Insel: Nur mit wenigen Leuten käme man ohne Streit über die Zeit. Auf die Liste der Haushalte dürfen daher nur solche, deren Bewohner charakterlich für eine längere gemeinsame Isolationshaft geeignet wären. Teilnehmer einjähriger Arktis-Expeditionen werden psychologisch eingehend geprüft: Gesucht werden umgängliche Charaktere, die sich nicht zu sehr in den Vordergrund spielen und auch mal den Schnabel halten können. Kennen Sie solche Menschen? Dann schnell zuschlagen, bevor es jemand anderes tut.
  2. Traute Zweisamkeit oder Großfamilie? Strategisch betrachtet ist die Sache klar: Je mehr Mitglieder der andere Haushalt hat, desto besser. Logischerweise erhöht sich die Zahl der möglichen Kontakte automatisch – bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten dürfen sich ja bislang noch treffen. Damit ist natürlich noch nichts über die Qualität der Kontakte gesagt. Es soll Alleinstehende geben, die menschlich so viel zu bieten haben, dass alle im eigenen Haushalt – seien es WG-Bewohner oder Mama, Papa und die Kinder – gleichermaßen jubeln, wenn sie zu Besuch kommen. Im Blick behalten sollte man indes die Generationenfrage: Familien mit gleichaltrigen Kindern sind unter Umständen eher kompatibel. Doch dafür gibt es kein Patentrezept.
  3. Kocher oder Esser? Ausgehen ist bis Ende November keine Option – und darüber hinaus bleibt die Sache mit der Gastronomie zweifelhaft. Drum prüfe, wer sich an einen anderen Haushalt bindet: Besteht eine kulinarische Kompatibilität? Wer nicht kochen kann, aber gerne gut isst, sollte sich dringend einen oder mehrere Foodies mit gut ausgestatteter Küche und ausgeprägter Gastfreundschaft suchen. Wer dagegen selbst gern zum Kochlöffel greift, sollte unbedingt einen Bogen um den Haushalt machen, der Tiefkühlpizza und Cola light für ein vollkommen ausreichendes Festtagsgericht hält. Da gemeinsame Abende vermutlich mit Nahrungsaufnahme verbunden sind, werden Fleischfreunde vielleicht mit Veganern nicht so glücklich. Und umgekehrt.
  4. Der Entertainment-Faktor Manche Menschen sind glücklich, einfach nur stundenlang auf dem Sofa zu klönen. Andere genießen Brettspiele. Und wieder andere holen irgendwann die Karaoke-Maschine aus dem Keller. Welches Temperament haben Sie? Haltlose Witze-Erzähler sollten sich vielleicht nicht unbedingt mit großen Philosophen verpartnern – was einmal im halben Jahr für einen unterhaltsamen Abend sorgt, könnte durch einen langen, einsamen Winter eventuell zu Konflikten führen. Übrigens: Haushalte mit eigenem Garten werden demnächst garantiert schwer als Partner zu kriegen sein...
  5. Phlegma oder Hysterie? Denken wir zurück an die große Klopapier-Knappheit im Frühjahr 2020. Die Welt teilte sich in Hamster, Hysteriker und Hyperentspannte. Die einen bunkerten das weiße Gold, die zweiten rannten verzweifelt von Laden zu Laden auf der Suche danach. Die dritten dachten im Stillen, dass zur allergrößten Not auch ein feuchter Waschlappen tut, was er soll. Ähnliches gilt für den Umgang mit Corona: Die einen halten sich gerade so an die geltenden Regeln, die anderen gehen freiwillig weit darüber hinaus. (Von Corona-Leugnern fangen wir hier mal gar nicht erst an.) Es ist eine Frage des Sicherheitsgefühls – und das ist immer subjektiv. Passt es nicht zusammen, kann das auf Dauer nerven.
  6. Apropos Klopapier. Werden wir für einen Moment materialistisch. Es lohnt sich, den eigenen Haushalt auf das zu checken, was da ist – und auf das, was fehlt. Der einzig wahre Partnerhaushalt hat, was man braucht – von Korkenzieher über Bohrmaschine bis zur berühmten Tasse Zucker für den spontanen sonntäglichen Backanfall (Weihnachten naht!). Und er befindet sich in ausleihfreundlicher Distanz. Klar, niemand möchte sich beim Klopapier-Horten erwischen lassen. Aber gerade dann ist es doch ganz praktisch, wenn jemand anderes das für einen übernimmt, oder?

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">das mit diesem einen befreundeten haushalt je haushalt ist eine nette idee. aber ist unsere gesellschaft stabil genug um zu erfahren, welcher freund weniger wichtig ist?</p>&mdash; Marco Herack (@mh120480) <a href="https://twitter.com/mh120480/status/1328694026405556225?ref_src=twsrc%5Etfw">November 17, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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So oder so: Die Wahl fällt nicht leicht. Oder man hat gar keine – weil in der Nähe lebende Familienmitglieder sich selbst zum Partnerhaushalt erklären. Dagegen ist schwer zu argumentieren, besonders kurz vor Weihnachten. Am Ende geht es um eine Gratwanderung: Gegensätze ziehen sich an, das kann schön und bereichernd sein. Kompatibilität dagegen ist vielleicht manchmal langweilig – aber meistens eben auch friedlich. Am Schluss bleibt vielleicht noch ein Trost: Wer nicht zum Partner-Haushalt gehört, mit dem kann man ja wenigstens regelmäßig telefonieren.