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Corona NRW: Schulministerium rechtfertigt sich für späte Informationen

Distanzunterricht in Corona-Lockdown : NRW-Schulministerium rechtfertigt sich für späte Informationen

Das nordrhein-westfälische Schulministerium hat auf scharfe Kritik an der späten Information der Schulen zu den neuen Regelungen ab Montag reagiert. Ab diesem Montag ist die Präsenzpflicht aufgehoben.

„Die Kritik an sehr kurzfristig übersandten Schulmails prallt nicht an uns ab“, schrieb Staatssekretär Mathias Richter am Sonntag in einer neuen Mail an alle Einrichtungen: „Aber immer wieder in dieser Pandemie konnten wir bestimmte Entwicklungen nicht verlässlich genug und so frühzeitig vorhersagen, um rechtzeitig alle Beteiligten einzubinden.“

Die Schulen waren am Freitagnachmittag offiziell darüber informiert worden, dass ab Montag die Präsenzpflicht aufgehoben ist und Eltern von jüngeren Schülern selbst entscheiden müssen, ob sie ihre Kinder zu Hause unterrichten lassen. Ab Klasse 8 gibt es seit Montag nur noch Distanzunterricht. Die Weihnachtsferien wurden im Januar verlängert. In den sozialen Medien gab es Kritik an der Informationspolitik. Die SPD-Fraktion hatte am Freitag besonders moniert, dass die Mail an die Direktoren nach Schulschluss gekommen sei.

Staatssekretär Richter bat die Schulen in seiner Mail vom Sonntag um Verständnis und schrieb: „An dieser Stelle möchte ich Sie auch noch einmal eindringlich bitten, die Ihnen zur Verfügung stehenden Spielräume bei der Gestaltung des Präsenzunterrichtes sowie des Distanzlernens nach Ihrem eigenen Ermessen bestmöglich zu nutzen.“

Für die rund 2,5 Millionen Schüler in NRW endet wegen der Corona-Pandemie die Präsenzpflicht im Klassenraum am Montag (14. Dezember). Bei Schülern der unteren Jahrgänge bis Stufe sieben haben die Eltern die Wahl, ob die Kinder in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Für ältere Schüler ab Klasse acht wird das Lernen vollständig auf Distanz umgestellt.

Kostenpflichtiger Inhalt Die SPD im Düsseldorfer Landtag hat vor den an diesem Montag in Kraft tretenden Maßnahmen ihre Rücktrittsforderung an Schulministerin Gebauer bekräftigt. „Wir reden über ein System mit 2,5 Millionen Schülern, etwa 200.000 Lehrern und Hunderten Beamten in den Bezirksregierungen. Einmal mehr wurden sie alle an einem Freitagmittag vor vollendete Tatsachen gestellt, um für Montag alles in die Wege zu leiten“, sagte Fraktionsvize Jochen Ott unserer Redaktion. „Ich habe großes Verständnis dafür, dass Lehrer, Eltern und Schüler völlig gestresst davon sind, dass diese Landesregierung bis heute nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat.“

Kritik kam auch von Lehrerverbänden. „Jetzt erleben wir den totalen Crash in der Schulpolitik“, sagte der Präsident des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbands, Andreas Bartsch. Auch er kritisierte, dass die Schulministerin es versäumt habe, sich mit einem Plan B auf die nun herrschende Situation vorzubereiten.

(mba/dpa)