1. NRW
  2. Panorama

Corona: NRW-Polizei will 1,25 Millionen Stoffmasken bestellen

Alltagsmasken kaum noch gebraucht : NRW-Polizei will 1,25 Millionen Stoffmasken bestellen

Im Nahverkehr und in Geschäften sind FFP2- und OP-Masken Pflicht. Dennoch will die Polizei in NRW noch einmal 1,25 Millionen Stoffmasken bestellen. Der Auftrag könnte für das Land am Ende teuer werden.

Das zuständige Landesamt hält an der Ausschreibung über 1,25 Millionen Stoffmasken für die NRW-Polizei fest. Die Angebotsfrist wurde noch einmal bis Anfang April verlängert, geliefert werden darf nun auch in Etappen. Die Ausschreibung hatte auf der Kippe gestanden, da in Zeiten medizinischer Schutzmasken sogenannte Alltags- oder Community-Masken kaum noch gebraucht werden.

In der aktualisierten Ausschreibung heißt es dazu, dass sich die „Anzahl an Situationen, in der die Community-Masken durch die Polizei getragen werden sollen“ inzwischen „verringert“ hätten: „Die Dringlichkeit der Beschaffungsmaßnahme ist dadurch entfallen.“ Dadurch müssen nun nicht mehr auf einen Schlag 1,25 Millionen Masken geliefert werden. Interessenten können auch in fünf Etappen je 250.000 Stück bis Mitte August anbringen.

Wie viele Anbieter bisher ihren Hut in den Ring geworfen haben, wird wegen des laufenden Verfahrens vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) nicht gesagt. Van Laack ist nach eigenen Angaben wieder dabei. Das Textilunternehmen hatte die Masken bereits im vergangenen Jahr ans Land geliefert, die Ausschreibung war wegen Formfehlern aber wieder rückabgewickelt worden.

  • In NRW gilt landesweit wieder die
    Corona-Pandemie : In NRW gilt ab Montag wieder die Inzidenzstufe 1
  • Eine Frau benutzt ein Taschentuch (Symbolbild).
    DAK-Studie : Wie sich Homeoffice und mehr Hygiene auf den Krankenstand in NRW auswirken
  • Aktuelle Corona-Fallzahlen : 2.671 Neuinfektionen in NRW erfasst, 434 Erkrankte in den Kliniken

Van-Laack-Chef Christian von Daniels hatte vergangene Woche im „Spiegel“ gesagt, die 1,25 Million dunklen Masken trügen alle das NRW-Logo: „Die kann ich ja nicht einfach an Edeka oder nach Amerika weiterverkaufen.“ Sollte sein Unternehmen in der neuen Ausschreibung nicht den Zuschlag bekommen, sei das „ein relevanter Schaden für uns, den wir dann auch geltend machen müssten“.

Der Hemdenhersteller van Laack will zudem ein weiteres Pandemieprodukt verkaufen: Als Importeur bekomme man allein im März zehn Millionen Corona-Selbsttests des Herstellers Lepu Medical aus China geliefert, sagte von Daniels. Ab April sollen es pro Monat 20 Millionen sein. Die Sonderzulassung durch eine Bundesbehörde steht noch aus. Van Laack will das für die Eigenanwendung bestimmte Produkt vor allem an Firmen und an den Einzelhandel weiterverkaufen.

(mba/dpa)