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Corona NRW: Maskenpflicht und Abstandsregel werden weniger akzeptiert - Ordnungskräfte im Dauereinsatz

Überfüllte Parks und Besucheransturm in NRW : Als gäbe es keine Pandemie

Bei schönem Wetter sinkt die Akzeptanz der Masken- und Abstandspflicht in den Städten. Die Mitarbeiter der Ordnungsdienste sind im Dauereinsatz – und werden oft beleidigt, bespuckt oder angegriffen.

Wer in dieser Woche im Düsseldorfer Zoopark oder im Grüngürtel in Köln unterwegs war, konnte zeitweise meinen, die Pandemie sei schon vorbei: Tausende Menschen zieht es bei schönstem Frühlingswetter nach draußen – wer auf den Wiesen oder an den Spielplätzen noch versucht, Abstand zu halten, scheitert meist.

Die Ordnungsdienste der Städte sind im Dauereinsatz. Hinzu kommen die Kontrollen der Ausgangsbeschränkungen am Abend. „Klar ist: Der Ordnungsdienst kann nicht überall sein“, sagt ein Sprecher der Stadt Köln. „Deshalb ist ein Eindämmen der Infektionszahlen vor allem auch von der Eigenverantwortung jedes und jeder Einzelnen für sich selbst und für alle anderen Menschen abhängig.“ Am vergangenen Wochenende mussten in Köln unter anderem rund 180 Personen auf die Maskenpflicht hingewiesen werden, ebenso viele hielten sich nicht an die Ausgangsbeschränkung, die in Köln ab 21 Uhr gilt. Vom Beginn der Ausgangsbeschränkungen am 17. April bis inklusive 26. April hat die Stadt Köln bisher 646 Personen mit Verweis auf die Ausgangsbeschränkung angesprochen und 137 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes dabei bepöbelt, beleidigt, angespuckt oder tätlich angegriffen werden, kommt fast täglich vor, wie der Sprecher sagt.

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Auch aus Mönchengladbach heißt es, dass viele Menschen sich nicht einsichtig zeigten, wenn sie auf Verstöße hingewiesen würden. „Die Dienstkräfte des Ordnungsdienstes sehen sich regelmäßig verbalen und körperlichen Anfeindungen ausgesetzt“, sagt ein Stadtsprecher. In Duisburg sind Stadt und Polizei seit dem 9. April in erhöhter Frequenz an beliebten Orten auf Streife. 24 Verstöße gab es hier in der Nacht auf Sonntag gegen die Ausgangsbeschränkung. „Allen Personen war die neue Regelung bekannt, deshalb gab es auch keine Diskussionen oder sonstigen Widerspruch“, sagt ein Sprecher der Stadt. Die Stimmung schlägt oft dann um, wenn ein Bußgeld ins Spiel kommt, wie es aus Düsseldorf heißt. 50 Euro sind für eine fehlende Schutzmaske fällig, 250 Euro bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung.

Weil zu viele Menschen sich in Grevenbroich beim Besuch der Tulpenfelder nicht an die Abstands- und Maskenregeln gehalten haben, bleiben Parkplätze und Felder dort nun gesperrt. Die Stadt Bonn hat die erweiterte Maskenpflicht in der Altstadt, in der die Kirschbäume blühen, bis 30. April verlängert. Auch in Bonn müssen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes die Menschen aktuell immer wieder auf die Corona-Schutzregeln hinweisen. Wenn es zu viel Gedränge unter den rosafarbenen Blütendächern gibt, werden einzelne Straßen gesperrt.

Vielleicht sorgen kühlere Temperaturen am kommenden Wochenende dafür, dass sich weniger Menschen in Parks und auf Grünflächen drängen: Der Deutsche Wetterdienst kündigt für Freitag Regenschauer an.